Nach Fischsterben: Angelsportverein will Schadenersatz fordern

Stefan Krumpholz

Ziegenhain. Wegen der Entwicklungen um das Fischsterben in dem historischen Gewässer legten der Vorsitzende Stefan Krumpholz und sein Stellvertreter Heinz Jagdmann des Fischereiclubs Neptun Ziegenhain ihre Ämter nieder.

Denn der Verein will juristische Schritte einleiten.

„Wir sehen da einfach Interessenskonflikte“, sagte Stefan Krumpholz auf HNA-Anfrage. Die beiden sind Justizvollzugsbeamte und arbeiten im Ziegenhainer Gefängnis. Hintergrund: Über die JVA als größtem Anlieger ist das Justizministerium verantwortlich für den Wallgraben. Krumpholz, der auch Staatlich bestellter Fischereiaufseher des Landkreises ist, und Jagdmann sehen ihre Doppelfunktion als hinderlich für die weitere Entwicklung des Angelvereins. Der Verein sollte den Weg frei haben, erklärte Krumpholz. Bei einer möglichen Auseinandersetzung mit ihrem Arbeitgeber wollen die beiden Landesbeamten nicht an vorderster Front stehen.

Der Angelsportverein hatte bis zur Aussetzung des Pachtvertrags im Jahr 2008 die Hege und Pflege des Gewässers und deren Uferbereiche übernommen. Nach den Kampfmittelfunden wurden das Betreten und somit auch die Pflege vom Land Hessen strengstens verboten. Immer wieder habe es Anläufe gegeben, mit dem Land Hessen in Kontakt zu treten, heißt es. Dies sei jedoch immer erfolglos gewesen.

Sehr alte Fische verendeten

Der Verein werde nun die juristische Auseinandersetzung mit dem Land Hessen suchen, bestätigte Steffen Horn, neuer Sprecher des Angelsportvereins. Wegen der Geschehnisse der vergangenen zwei Wochen will der Verein nun Regressansprüche zu stellen. Dabei geht es um den wertvollen Fischbestand, der in den vergangenen Tagen verendet war. Die Edelfische waren vom Verein teilweise bereits in den 60er-Jahren in das Gewässer eingesetzt worden.

Stefan Krumpholz

Große Unsicherheit besteht im Vereinsvorstand über die eigentlichen Gesprächspartner. „Bisher wurden wir von einem Ministerium zum anderen geschickt“, erklärt der Verein. „Mal war das Justizministerium für uns zuständig, dann das Finanzministerium und ein drittes Mal der Leiter des Hessischen Baumanagements in Schwalmstadt.“

Solch eine Katastrophe dürfe nicht noch einmal passieren und wäre bei klaren Zuständigkeiten mit Sicherheit zu verhindern gewesen. Leider bestehe die Gefahr dazu latent weiter. „Wir verlangen klare Verhältnisse und werden uns überregional an einen Rechtsbeistand für Fischereirecht wenden, um unsere nächsten Schritte zu besprechen“, so Horn weiter.

Quelle: HNA

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