Hessischer Stenografentag: Sieben Titel für Neukirchen

+
10-Finger-Tastaturschreiben: Antonia Völker Weißenborn und Natalie Radler aus Salmshausen (von links) stellten sich am Samstag der Konkurrenz.

Oberaula. Schnelligkeit und Präzision waren am Samstag beim 126. Hessischen Stenografentag in Oberaula gefragt. Ausrichter der Hessenmeisterschaften war der Steno- und Maschinenschreibverein Neukirchen.

176 Teilnehmer – von Bürstadt im Süden bis Kassel im Norden – stellten sich in den Wettbewerben in der Schule im Katzbachtal der Konkurrenz. Sieben von 14 Meistertiteln haben sich die Gastgeber geholt. 24 Schreiber gingen aus dem Knüll an den Start.

Hessische Meisterin in der Kurzschrift ist Carola Merle (18) aus Oberaula. Seit sechs Jahren schult die junge Frau ihre Fingerfertigkeit an der Tastatur und lernt Stenografie. Anfangs habe man Sie dafür in der Schule schon mal schräg angeschaut: „Die, die mich besser kennen, wissen, dass ich noch andere Hobbys habe“, sagte die 18-Jährige.

Außerdem weiche die Skepsis schnell der Bewunderung. „Bei Vorträgen hilft mir die Kurzschrift unheimlich weiter.“ Auch ihre Einkaufszettel verfasse sie regelmäßig in Steno. Die Schrift bedarf jedoch regelmäßigen Trainings: „Man muss sie anwenden“, erklärte Horst Diehl, Vorsitzender des Neukirchener Vereins.

Diehl glaubt, dass die Kurzschrift zu unrecht als überholt und verstaubt gelte. „Die Blütezeit hatte die Stenografie in den 1930er-Jahren. Damals wurde der Satz ,Fräulein, bitte zum Diktat‘ geprägt.“ Kurzschrift sei lernintensiv und deshalb schon rein zeitlich oft ein Problem: „Die jungen Leute sind nachmittags in der Schule stark eingebunden. Da muss man im Verein Prioritäten setzen“, sagte Diehl. Der Schwerpunkt liege im Vermitteln von Techniken rund um Textverarbeitung und Computer.

Schiedsrichter selten nötig

Damit rund um die Wettbewerbe alles glatt läuft, sind etwa zehn Helfer nötig, 15 vereinseigene Computer sowie ein Wettschreibausschuss. Schiedsrichter? „Die sind hoffentlich nicht nötig“, erklärte Diehl. „Nur bei Diskussionsbedarf.“ Probleme gäbe es seltener mit den Teilnehmern, denn mit der Technik, hat Horst Diehl die Erfahrung gemacht: „Bei einer hessischen Meisterschaft ist mal einer über ein Kabel gestolpert – da nichts gespeichert war, war alles weg“, erzählt er.

In Oberaula klappte alles wie am Schnürchen. Diehls Bilanz: „Mit sieben Titeln sind wir mehr als zufrieden.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare