Nichts für die Ewigkeit

Großbaustelle: Fritzlarer Ederbrücke wird seit fünf Wochen saniert

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Fleißige Arbeiter: Carsten Spielmann arbeitet an der Edertalbrücke.

Fritzlar. Nichts hält für die Ewigkeit. „Auch eine Brücke nicht", sagt Carsten Spielmann. In Sachen Brücken kennt Spielmann sich aus. Er arbeitet für Hessen Mobil und ist der Mann, bei dem die Fäden für die Sanierung der Fritzlarer Ederbrücke zusammenlaufen. Seit fünf Wochen wird an Bauwerk und Straße gearbeitet.

Insgesamt 15 Monate sind dafür vorgesehen. „Die Zeit braucht es auch“, sagt Spielmann und blickt auf die 450 Seiten Papier, die auf seinem Schreibtisch im provisorischen Baustellen-Büro in einem ehemaligen Gasthaus liegen. „Das ist das Vertragswerk und das hat Gewicht. Was darin steht, müssen wir ausführen“, erklärt er. Und dann erzählt er davon, dass längst nicht nur die Fahrbahndecke auf einer Strecke von rund 750 Metern erneuert wird. Die Gehwege werden ebenfalls neu gestaltet, sie bekommen Pflaster. „Die Brücken erhalten neue Abdichtungen, Kappen und Geländer“, so Spielmann. Außerdem werden die Fußgängerunterführung sowie die Unterführungen von Mühlgraben und Eder und eine Stützwand instandgesetzt. „Es gibt viel zu tun“, sagt er und breitet einen Plan nach dem andern auf dem Tisch aus.

1971 sei die Ederbrücke gebaut worden. Zwischenzeitlich gab es Instandsetzungsarbeiten und nun nage der Zahn der Zeit wieder an ihr. „Das ist normal“, erklärt Spielmann. „Die Belastung durch den Verkehr ist größer geworden und damit auch der Verschleiß.“ Alle 20 bis 25 Jahre müssten die Bauwerke erneuert werden. „So lange halten die Materialien. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, sagt er beim Gang über die Brücke. Dabei deutet er auf Risse in der Fahrbahndecke. Ausbrüche, Netzrisse sowie Bindemittel-, Split- und Gesteinsverluste nennt der Experte das.

Immer wieder fahren Autos an der Baustelle vorbei, die B 450 ist eine Hauptverkehrsader in Fritzlar. Derzeit rollt der Verkehr dort nur einseitig - das wird bis zum Ende der Bauarbeiten so bleiben. „Eine zweite Fahrspur wäre nicht möglich. Keine Baufirma dürfe ohne Sicherheitsraum arbeiten, sagt Spielmann.

Bilder von den Bauarbeiten:

Sanierung der Fritzlarer Edertalbrücke

Doch nicht nur aus Sicherheits- auch aus logistischen Gründen benötige man Platz. „Wir fahren mit schwerem Gerät, wir lagern Baustoffe und bewegen hier Tonnen“, nennt er Beispiele. Die halbseitige Sperrung sei ein Kompromiss. „Für uns wäre eine Vollsperrung perfekt, der Verkehr macht unsere Arbeit komplizierter. Für die Stadt wäre aber eine Vollsperrung undenkbar.“ Der Erhalt des Verkehrs sei wichtig.

Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Landkreis und der Polizei gut. „Wir treffen alle Entscheidungen immer in enger Absprache miteinander“, erklärt er. Drei Millionen Euro verschlingen die Bauarbeiten. „Es ist keine 08/15-Instandsetzung.“

Von Maja Yüce 

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Quelle: HNA

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