Nickerchen in der Wache: Gericht verurteilte Soldaten aus Schwarzenborn

Schwalmstadt/Schwarzenborn. Wegen gemeinschaftlicher Wachverfehlung sind vor dem Jugendgericht am Amtsgericht in Treysa zwei 20- und 21-jährige Soldaten zu einer Geldbuße von 2300 Euro verurteilt worden.

Die beiden in Schwarzenborn stationierten Soldaten hatten sich während eines Wachdienstes Ende Januar schlafen gelegt. Die Angeklagten waren nicht vorbestraft und voll geständig.

Kleinlaut und zerknirscht saßen die beiden seit 2010 im Dienste der Bundeswehr stehenden Soldaten nebeneinander im Gerichtssaal. „Wir waren im Wachdienst und hatten Streifendienst“, erklärte der 20-Jährige: „Wir wollten nicht schlafen. Wir sind in die Unterkunft, um uns aufzuwärmen. Dabei sind wir eingenickt.“ Von Seiten der Bundeswehr seien sie bereits mit einer Geldstrafe und zusätzlichen Wachdiensten belegt worden, berichtete sein Kollege.

Als Zeuge war ein 34-jähriger Soldat aus Schwarzenborn geladen. Der Wachhabende habe ihn morgens gegen drei Uhr angerufen und ihn darüber unterrichtet, dass die Angeklagten während ihrer Wache nicht per Funk zu erreichen seien, sagte der Zeuge.

Daraufhin sei er den Streifenweg der beiden Soldaten abgefahren, um sich nach deren Verbleib zu erkundigen.

Auf ihrem Rückweg zum Wachlokal seien sie ihm entgegengekommen. Zunächst hätten sie ihr Nickerchen nicht eingestehen wollen, es aber dann doch eingeräumt.

Der Zeuge bezeichnete das Verhalten der Angeklagten als „Dummheit“, die sich seiner Ansicht nach jedoch nicht negativ auf „die Moral der Truppe“ ausgewirkt habe.

„Sie waren ja keine Anfänger mehr. Wenn man beim Bund Wachdienst schiebt, weiß man doch, was das heißt“, sagte der Richter.

Für alle, die einmal bei der Bundeswehr gewesen seien, sei es klar, dass die Verfehlung der beiden eine der schlimmsten Dinge sei, die man machen könne. „Das war eine große Eselei, was Sie gemacht haben“, sagte der Richter. Ähnlich sah es der Staatsanwalt. Ihre Pflichten seien beiden Soldaten bekannt gewesen.

Wie die Jugendgerichtshilfe sprachen sich sowohl Staatsanwalt als auch Richter für eine Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht aus. Das Verhalten der beiden jungen Soldaten beim Wachdienst weise eine gewisse Unreife auf.

Unterschiedlich hoch ist die Summe, die beide laut Urteil zahlen müssen. Dem 20-Jährigen wurde die Summe von 1500 Euro auferlegt, der 21-Jährige muss 800 Euro Strafe zahlen. Das Gericht begründete das Urteil mit der unterschiedlichen Lebenssituation der beiden Angeklagten. Im Gegensatz zum 21-Jährigen, der in diesen Tagen aus dem Bundeswehrdienst ausscheidet und eine Ausbildung beginnt, will sich der jüngere der beiden Verurteilten weiter verpflichten.

Quelle: HNA

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