Tag der Nachhaltigkeit: Ohne Bienen kein Leben

Niederbeisheim. Einladend sieht das Fachwerkhaus auf einem ehemaligen Gehöft in Niederbeisheim aus. Davor ist eine überwachsene Sitzecke, dahinter ein wilder Garten – und darin steckt richtig viel Umweltbewusstsein.

Erika Geiseler und Hans-Joachim Flügel beteiligten sich am Mittwoch mit ihrem Lebendigen Bienenmuseum am Tag der Nachhaltigkeit. Er wurde vom Hessischen Umweltministerium veranstaltet: „Wir wurden als Imker angesprochen, weil die Bestäubungstätigkeit von Bienen ein wichtiger Beitrag ist. Dann ist uns aufgefallen, dass wir auch anderes leisten, das wichtig für Nachhaltigkeit ist.“

Bei einer Führung zeigt sich: Wie selbstverständlich setzen sie das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Alltag um. Natürlich ist ihr Haus gedämmt – von innen, da es denkmalgeschützt ist.

„Wir sparen Geld und es ist umweltfreundlich.“

Das Paar nutzt Solarenergie: Von der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach bekommt es, wenn einen Tag lang die Sonne scheint, 36 Kilowatt-Stunden. Der Rest des Hauses wird durch Erdwärme geheizt. „Wir sparen Geld, es ist umweltfreundlich und wir brauchen keinen Schornsteinfeger“, sagt Flügel

Auch auf die Komposttoilette ist Flügel stolz: „Es geht nichts ins Grundwasser, alles wird wiederverwendet.“ Das würde er auch anderen ans Herz legen: „Wir haben so viele verschuldete Gemeinden: Das kommt vor allem von den Kläranlagen. Hätten alle Gemeinden Komposttoiletten, dann wären wir nicht mehr verschuldet.“

Der Inhalt der Komposttoilette landet als Düngemittel im Garten. Dort sieht es ganz schön wild aus: „Wir lassen einfach alles so lange wachsen, bis wir es brauchen.“ Sie bauen eigenes Obst und Gemüse an und halten sich Hühner. Fahren möglichst wenig mit dem Auto, ganz ohne ginge es in dieser Gegend leider nicht. Und nie würde es ihnen einfallen, Pflanzen vor der Blütezeit zurück zu schneiden – wegen der Bienen.

Albert Einstein habe einmal gesagt, wenn es keine Bienen mehr gäbe, hätte der Mensch nur noch vier Jahre zu leben, erzählt Geiseler. „Natürlich ist das etwas übertrieben. Aber es zeigt, wie wichtig die Bestäubung ist“, sagt sie. „Ohne die Bienen gäbe es bald keine Obstbäume mehr.“

Das möchten die beiden in ihrem Museum anderen Menschen klar machen: „Bei uns kann man Honig schleudern und Bienen streicheln.“ Und tatsächlich: Öffnet sie einen Bienenstock, werden die Tiere nicht aggressiv, sondern brummen vor sich hin. „Hier könnte man sogar im Badeanzug arbeiten“, sagt Geiseler.

Ohne erhobenen Zeigefinger Wege zu mehr Nachhaltigkeit aufzeigen, das ist Ziel des Paares: „Viele Leute finden es total verrückt hier, aber wir stehen dahinter.“

Von Nora Sonnabend

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: Sonnabend

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