Open-Air im Edertal: Festival-Aus wegen 200 Euro

Niedermöllrich. Eine 200 Euro hohe Gebühr ist dafür verantwortlich, dass das Open-Air im Edertal nun endgültig der Vergangenheit angehört. Die Kreisverwaltung Schwalm-Eder und der Open-Air-Ausrichter, der Verein FC Edertal, schafften es bis heute nicht, sich über die Kosten zu einigen.

Der Kreis verlangte, da das Volksmusik- und Schlagerfestival bis 2010 in einem Naturschutzgebiet stattgefunden hat, rückwirkend eine Gebühr in Höhe von 200 Euro. Da stellte sich der FC Edertal quer.

"Ich sehe das gar nicht ein", sagt Arno Herbold, Vorsitzender des FC Edertal. "Sportveranstaltungen finden auf dem selben Platz statt, aber da es nebenan ein Sportlerheim gibt, wird keine Gebühr fällig."

Mit den 200 Euro sei der Landkreis dem Veranstalter entgegengekommen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landrats Frank-Martin Neupärtl. Eigentlich seien 410 Euro fällig geworden. Nach einer Beschwerde des Vereins, habe man die Gebühr gesenkt.

Arno Herbold ist das zu wenig. "Wir werden das Open-Air nicht mehr veranstalten", sagt er. "Wir wollten für die Besucher die Kosten gering halten: Kein Eintritt, günstige Getränke." Mit den Einnahmen müssten die Musiker bezahlt werden. Für Gebühren reiche das Geld nicht, der Gewinn sei ohnehin niedrig.

Gut 1000 Besucher zählte das letzte Open-Air im vergangenen Jahr. Bei dieser Besuchermenge könne aus Sicht des Landkreises die Veranstaltung aufgrund des Getränke- und Speisenverkaufs nicht gefährdet sein. "Wir wollten unser Festival so günstig wie möglich halten", sagt Herbold. Er hat aber den Eindruck, dass der Kreis nur auf der Suche sei, Geld einzunehmen. Es ging laut Herbold auch nicht um die Sache an sich. "Denn würde das Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Schwalm-Eder nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen, wenn wir die Gebühr entrichten?"

Der Landkreis beruft sich nämlich auf die Verordnung, dass der Veranstaltungsort in einem Landschaftsschutzgebiet liege und deswegen eine kostenpflichtige Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde erforderlich sei. Ein Verzicht sei aus Gründen der Gleichbehandlung nicht möglich. "Wir werden die Gebühr unter Protest entrichten", sagt Herbold.

Das Volksmusik- und Schlagerfestival ist aber nicht tot. Unter neuer Leitung und dem Namen Kindl Open-Air fand es im August in Lohne statt.

Quelle: HNA

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