Niederurff: Weg frei für Spaziergänger

Niederurff. Plötzlich war der Steg dicht. Weil ein Pilz tragende Balken befallen hat, ließ die Gemeindeverwaltung Bad Zwesten bereits vor Wochen den Niederurffer Holzsteg über die Schwalm sperren.

„Damit fiel von einem Tag auf den anderen der beliebte Rundwanderweg weg“, sagt Ortsvorsteher Dirk Höhle. Nun wollen viele Niederurffer mit anpacken, damit der Steg saniert werden kann. Angefangen hatte alles im August, als der Bauhof bei Wartungsarbeiten feststellte, dass die üblichen Reparaturen nicht mehr ausreichen. Ein Gutachter bestätigte den Verdacht, dass die Brücke nicht mehr betreten werden dürfe.

Mit Holzbrettern versperrte der Bauhof den Zugang, ein Schild wies auf die drohenden Gefahren hin. Doch als die Niederurffer erfuhren, dass sie bis zur Sanierung im nächsten Frühjahr komplett auf den praktischen Übergang über die Schwalm verzichten sollten, kam Unmut auf. „Es ist noch gar nicht sicher, ob dann überhaupt Geld für eine Instandsetzung da ist“, sagt Höhle. Ein neuer Holzsteg würde immerhin 30 000 Euro kosten. Für Verwirrung bei den Einwohnern sorgte, dass die Gemeinde mehrere mit Wasser gefüllte Tonnen auf dem Steg verteilte, um das Betreten zu verhindern.

„Die Leute fragten sich, warum die einsturzgefährdete Brücke 2000 Kilogramm Wasser, aber keine Menschen tragen kann“, sagt Höhle. Die Tonnen sollten sicherstellen, dass niemand unerlaubt den Steg betritt, erklärt Bürgermeister Michael Köhler: „Die Sicherheit der Fußgänger hat höchste Priorität für uns.“ Die Tonnen seien natürlich auf noch sicherem Untergrund aufgestellt worden. „An einigen Stellen allerdings ist die Konstruktion akut einsturzgefährdet“, betont er. Als Bürgermeister sei es seine Pflicht gewesen, schnell zu handeln und die Brücke erst einmal zu sperren.

„Doch ist mir bewusst, wie wichtig den Niederurffern der Steg ist“, sagt Köhler. Deshalb suchte er bei einem Ortstermin nach einer kreativen Lösung. Jetzt wurde eine gefunden: Der Bauhof konstruierte einen provisorischen Steg über den Steg. „Damit kann die Brücke bis zum Frühjahr wieder gefahrlos betreten werden“, sagt Köhler. Um die Kosten der im Frühjahr anstehenden Sanierung möglichst gering zu halten, wollen nun viele mit anpacken: Einwohner spenden Holz aus Privatwald, die Gemeinde gibt Holz aus dem Gemeindewald und einige Engagierte haben ihre Arbeitskraft zugesagt. Seit vorgestern können die Niederurffer nun wieder die Schwalm überqueren und die Gemeinde spart Geld – ein guter Kompromiss.

Quelle: HNA

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