Arbeitsagentur relativiert die Zahlen

Noch nicht alle in Ausbildung - DGB kritisiert die Situation für junge Menschen

Schwalm-Eder. Die Versorgung Jugendlicher aus dem Landkreis mit Ausbildungsstellen wird vom DGB und der Agentur für Arbeit sehr unterschiedlich beurteilt. Das Ausbildungsjahr habe zum 1. September begonnen und noch immer seien 238 junge Menschen unversorgt, sagt André Schönewolf, DGB-Jugendreferent für Nordhessen.

Von den 1452 Jugendlichen, die sich 2012 bei der Arbeitsagentur als Bewerber gemeldet hätten, seien nur 648 in eine betriebliche Ausbildung vermittelt worden. Das sei ein Armutszeugnis.

Silke Sennhenn, die Sprecherin der Arbeitsagentur in Kassel, widerspricht dieser Schilderung. Unter den 238 jungen Leuten, die noch als unversorgt gelten, gebe es viele, die sich doch für ein Studium, eine weiterführende Schule oder einen Auslandsaufenthalt entschieden hätten. Teilweise seien die Berufswünsche noch immer unkonkret oder die Bewerber erfüllten nicht die Anforderungen. Die IHK, die Handwerkskammer und die Arbeitsagentur hätten sich aber zum Ziel gesetzt, dass keiner unversorgt bleibe.

Sennhenn: „Wir gehen jetzt gezielt auf die Jugendlichen zu.“ Auch eine gezielte Förderung sei denkbar. „Die Situation ist längst nicht so rosig, wie sie geschildert wird“, sagt Schönewolf. Es gebe zwar noch etwa 140 unbesetzte Ausbildungsstellen im Landkreis, aber vor allem dort, wo Arbeitszeiten, Entlohnung und Übernahmechancen schlecht seien. Obwohl ständig von Fachkräftemangel gesprochen werde, gebe es noch zu wenige geeignete Ausbildungsstellen.

Die Betriebe hätten sehr wohl erkannt, dass sie ihre Personalsuche verstärken und Bewerber beispielsweise auch individuell fördern müssten, sagt Silke Sennhenn. Wegen der doppelten Abiturjahrgänge gebe es derzeit noch einen gewissen Überhang an Bewerbern. „Künftig werden die Chancen der Jugendlichen deutlich steigen“, fügt sie hinzu.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare