Zahl der Magen-Darm-Infektionen nahezu vervierfacht

Noroviren sind auf dem Vormarsch: Zahl der Infektionen fast vervierfacht

Wolfhager Land. Die Zahl der Magen-Darm-Infektionen ist in Hessen innerhalb der vergangenen acht Jahre fast um das Vierfache angestiegen. Nach einer Studie erkrankten in Hessen 2002 fast 3200 Menschen an den Noro- und Rotaviren, 2010 waren es mehr als 10.000.

Das wurde in einer Studie des des Robert Koch-Instituts festgestellt. Im Landkreis Kassel waren im Vorjahr 286 Fälle gemeldet worden.

Die Ursache dieser Entwicklung der Infektionszahlen sei nicht bekannt, sagte Denise Jacoby, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) auf Nachfrage. Auch bundesweit habe es eine Zunahme der Erkrankungen um etwa das Vierfache gegeben. Noro- und Rotaviren zählen zu den häufigsten Verursachern von schweren Brechdurchfällen. „Da man sich bereits über kleinste virushaltige Luftpartikel anstecken kann, besteht gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern verstärkte Ansteckungsgefahr“, sagt die TK-Sprecherin. Die Erkrankungsfälle zeigen, dass vor allem Kinder und ältere Menschen betroffen sind.

Um beispielsweise Säuglinge und Kleinkinder vor Darminfektionen zu schützen, für die in dieser Altersgruppe vor allem Rotaviren verantwortlich seien, gebe es Impfungen. Ein entsprechender Impfschutz halte zwei bis drei Jahre. Die Ständige Impfkommission hat die Rotavirus-Impfung bisher zwar nicht in ihre Empfehlungsliste aufgenommen, sagt aber, dass Säuglinge, die zum Beispiel in Kindertagesstätten versorgt werden, von der Impfung profitieren können. Eltern wird geraten, sich vom Kinderarzt beraten zu lassen, der die individuelle soziale und gesundheitliche Situation am besten beurteilen könne. Die Eltern sollten Nutzen und Risiko abwägen und mit dem Arzt entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist.

Quelle: HNA

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