Museum im Baßfelder Hof zeigt altes bäuerliches Leben und Handwerkskunst

Nostalgie in Gutsscheune

Wie in alten Zeiten: Marlene Seegers am Webstuhl mit den Zwillingen Ayleen und Jannik Brendler aus Niederbeisheim, die zurzeit den Hof besuchen. Foto: Thiery

Völkershain. Der Baßfelder Hof liegt idyllisch zwischen Völkershain und Rückersfeld. Auf den grasbewachsenen, steilen Hängen grasen Kühe und erinnern an eine Alpenlandschaft. Früher war die Landwirtschaft eher karg, erzählt Marlene Seegers, Vorsitzende des Landtechnischen Museum.

Wegen der dürftigen Bedingungen auf den Feldern wechselten die Gutsherren auf dem Hof, der im 15. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, oft. „Die Gutsscheune stand auch 1999 wieder zum Verkauf und bot sich für uns an,“ sagte Seegers.

Der Verein Landtechnisches Museum wurde 1993 gegründet. Kulturinteressierte aus dem Kreis beobachteten die radikalen Veränderungen in der Landwirtschaft und wollten die alten Traditionen für die Nachwelt festhalten.

„Der Heimatgedanke sollte gefördert werden, und wir wollten das alte Brauchtum pflegen“, sagte Seegers.

Pflüge, und Dreschpflegel

Der Verein begann, alte land- und hauswirtschaftliche Geräte zu sammeln und rief die Bauern in der Gegend zum Spenden auf. So kamen über die Jahre ungezählte Pflüge, Eggen, Dreschflegel und vieles aus den alten Haushalten zusammen. Spinnräder, Zinkwannen, alte Schreibmaschinen, Nähmaschinen türmten sich: „Die Leute überschwemmten uns.“

Die Raritäten wurden in neun Scheunen untergebracht. Erst mit dem Kauf der Scheune in Baßfeld wurde aus den Einzelstücken eine Ausstellung.

Wie in den 50er-Jahren

Beim Museumsbesuch landet man in den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts Beim Anblick der Küche mit Kohleherd, gußeisernen Töpfen und Pfannen und dicken Schöpfkellen kommen Erinnerungen auf. In der Schusterwerkstatt reihen sich die hölzernen Leisten aneinander. Im Erdgeschoss befinden sich die landwirtschaftlichen Geräte. Dort gibt es auch ein Museumscafé. Prunkstücke sind die alte hölzerne Gerstenmühle aus dem 16. Jahrhundert und der historische Webstuhl.

Das alles zeigt Marlene Seegers gern. Auf Anfrage führt sie Gruppen und Schulklassen durch das Museum.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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