Organisation der Einsätze wird dadurch immer schwieriger

Notarztmangel hat den Landkreis erreicht

Schwalm-Eder. Dem Schwalm-Eder-Kreis gehen die Notärzte aus. „Der Rettungsdienst hat zunehmend Schwierigkeiten, Notärzte an die Einsatzorte zu beordern“, sagt Dr. Hartmut Lotz.

Er ist der Ärztliche Leiter Rettungsdienst für den Schwalm-Eder-Kreis. Der Landkreis ist Träger des Rettungsdienstes und hat somit die Kontrollfunktion.

„Es sind immer weniger, die dabei mitmachen“, sagt Hartmut Lotz und kann seine Kollegen auch ein wenig verstehen. „Es ist einfach nicht attraktiv genug, im Rettungsdienst seinen Dienst zu machen“, sagt er. Damit meint er die Arbeitszeiten und vor allem auch die Bezahlung. Diese Meinung teilen hessenweit alle ärztlichen Leiter der Rettungsdienste. Sie trafen sich zu einer Tagung in Homberg.

„Viele Ärzte gehen nach dem Studium in große Kliniken, wandern in die Industrie oder ins Ausland ab“, sagt Lotz. Denn dort verdienen sie oft mehr. Die Folge: Wo es kaum noch Ärzte gibt, müssen die wenigen zu viele Dienste machen. „Das ist eine große Belastung“, sagt Lotz. Somit zeige der Mangel schon jetzt Auswirkungen.

Die Patienten bekommen derzeit noch wenig von diesem Problem mit. „Es gibt die gesetzlichen Hilfsfristen, die eingehalten werden müssen und werden“, erklärt Lotz. Doch langfristig werden wohl auch die Patienten von dem Notarztmangel betroffen sein: „Die Qualität wird sinken“, sagt Lotz. Bei ihrem Treffen suchten die ärztlichen Leiter der Rettungsdienste nach Lösungen dafür, was man gegen den Notarztmangel tun kann. „Man muss berufspolitisch dagegen vorgehen“, sagt Lotz. Es seien konkrete Forderungen aufgestellt worden: So zum Beispiel, dass es einen Facharzt für Notfallmedizin als Weiterbildung geben sollte. „Dadurch wird dieser wichtige Bereich der Notfallmedizin aufgewertet.“ Darüber hinaus seien flexiblere Arbeitszeitmodelle nötig.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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