Notbremsung: 30 IC-Fahrgäste mussten im Tunnel bei Melsungen aussteigen

Melsungen. Nach der Notbremsung eines Intercity-Zuges am Mittwochabend bei Melsungen mussten 30 Fahrgäste im 1,5 Kilometer langen Weltkugeltunnel den Zug verlassen.

Nach Angaben der Bundespolizei wurde bei dem Manöver niemand verletzt. An dem Zug war die Bremsanlage beschädigt worden, nachdem er über Blechteile gefahren war.

Nach dem Vorfall, der sich gegen 19 Uhr ereignete, war die Schnellbahnstrecke Hannover-Würzburg bis 1 Uhr gesperrt. Das Gleis in Richtung Kassel wurde bereits ab 20.50 Uhr wieder freigegeben. 54 Züge verspäteten sich um etwa eine halbe Stunde, 33 weitere Züge mussten umgeleitet werden.

Der Intercity 2375 war von Kassel auf dem Weg nach Frankfurt/Main gewesen. Wie der Lokführer der Bundespolizei sagte, habe er kurz vor Melsungen einen Schlag auf dem Schienenstrang verspürt. Ersten Ermittlungen zufolge ist dadurch an dem Zug eine Luftleitung der Bremsanlage abgerissen. Daraufhin habe der Lokführer eine gefahrenbremsung eingeleitet.

Offensichtlich habe ein anderes Schienenfahrzeug die Teile verloren, die zu dem Schaden führten, teilte die Bundespolizeiinspektion in Kassel mit. Eine strafbare Handlung liege nach derzeitiger Einschätzung nicht vor.

Nachdem die 30 Reisenden im Tunnelbereich ausgestiegen waren, saßen sie zunächst etwa zwei Stunden bei Melsungen auf freier Strecke fest, berichtete Pressesprecher Klaus Arend von der Bundespolizei. Erst gegen 21 Uhr konnten die Gestrandeten in den auf dem Nachbargleis haltenden ICE 70 umsteigen und mussten zunächst wieder zurück nach Kassel fahren.

Zur Schadenshöhe am Zug liegen bislang noch keine Angaben vor. (asz)

Quelle: HNA

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