Brandschutzehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst - Bislang nur an Männer

Im Notfall für die anderen da

Das Goldene Brandschutzehrenzeichen erhielten: Gerhard Bischoff (Guxhagen), Alfred Eckhardt (Nenterode), Bernd Vollmer (Remsfeld), Wilfried Werner (Körle), Manfred Leidebrand (Heina), Jürgen Frost, Werner Schieweg und Harald Siegmann (Kirchberg) sowie Gottfried Knoch und Ewald Rasner (Wasenberg). Hinten links Erster Kreisbeigeordneter Winfried Becker, rechts Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Foto: Privat

Homberg. Vizelandrat Winfried Becker ist gespannt, wann er das erste Mal einer Frau das Goldene Brandschutzehrenzeichen an das Revers heften wird. Das vergibt er im Namen des Landes Hessen für 40 Jahre freiwilligen Dienst in der Feuerwehr.

Bislang zeichnete er nur Männer aus. So bekamen auch jetzt zehn Brandschützer aus dem Landkreis das Abzeichen.

Ein wenig wird Becker wohl noch warten müssen, denn Frauen stiegen erst in den 80er-Jahren bei der Feuerwehr ein. Wer davon bald 40 Jahre dabei ist, ist fraglich, denn viele waren beim Eintritt einiges älter als zwanzig Jahre. Da können sie die vier Jahrzehnte schlecht erreichen, denn im Alter von 60 ist Schluss mit der Einsatzarbeit.

Anfang der 70er-Jahre

Um das Goldene Brandschutzehrenabzeichen zu bekommen, muss man sich also schon in jungen Jahren bei der Feuerwehr engagieren. Die Geehrten taten dies alle, sie sind seit Anfang der 70er-Jahre dabei.

„Und sie wissen, was das heißt“, meinte Becker. Denn die Feuerwehr sei kein Spaßverein. Brandschutz sei eine wichtige Aufgabe, die im Kreis von 5000 Freiwilligen gemanagt werde. Das brauche viel Engagement. Rund um die Uhr seien die Männer einsatzbereit gewesen, hätten oft auf Privatleben verzichtet, um sich im Notfall für andere ein zu setzen.

Nicht nur löschen

Die Technik habe sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, die Menschen mussten sich weiter entwickeln, sagte Becker. Die Feuerwehr sei längst nicht nur für das Löschen von Bränden zuständig, auch beim Verkehrs- oder Chemieunfall werde sie gerufen.

Das gelte es zu würdigen: „Wenn beim Brand keiner mehr kommt, merken die Menschen, wie wichtig die Feuerwehr ist.“ Daher sei der sichere Brandschutz auf dem Land bei sinkender Bevölkerung eine große Aufgabe, meinte Becker. Einiges könnte man durch den verstärkten Eintritt von Frauen in die Wehr auffangen, auch würden häufiger Wehren zusammengelegt. Wichtig sei die gute Führung. Das bestätigte auch Kreisbrandinspektor Werner Bähr: „Mit den richtigen Chefs in den Wehren können wir das stemmen.“ (red)

Quelle: HNA

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