Ausgeklügelte Technik sorgt für Ordnung im Rewe-Zentrallager

Nudeln bis unters Dach

Herr über tausende Paletten voller Lebensmittel: Jens Heitzmann, Betriebsleiter im Rewe-Zentrallager. Fotos: Hoffmann

Breuna. Jens Heitzmann wirkt gelassen. Überraschend gelassen. Seine Erkältung hat er fast hinter sich, die große berufliche Herausforderung aber liegt noch vor ihm. In seinem Büro im Rewe-Zentrallager geht es in den Tagen vor Weihnachten hoch her, denn auch dem jungen Betriebsleiter macht das Wetter ordentlich zu schaffen.

Schnee, Eis, Lkw-Fahrverbote... Nicht alle rollenden Riesen kommen planmäßig mit den begehrten Waren in der Rewe-Straße in Breuna an. Orangen aus Spanien, Salat aus Holland – vieles steckt irgendwo am Rande der Autobahnen auf Parkplätzen fest.

Grund zur Sorge aber gibt es laut Heitzmann nicht. „Wir sind diese Woche mindestens mit dem achten blauen Auge davon gekommen“, scherzt er und zieht am roten Band, das von der Decke baumelt. Das Tor zum Lager öffnet sich.

„Pseudo-Chaos“

Verhungern muss in den kommenden Wochen niemand. Bis unters Dach sind die Regale vollgestopft, manche sind zehneinhalb Meter hoch, verteilt auf über 20 000 Quadratmeter. Nudeln, Getränke, Schokolade. Wo was liegt, das kann Heitzmann nicht auf Anhieb sagen. „Pseudo-Chaos“ nennt er das Ordnungssystem im Zentrallager.

Hier greifen der 34-Jährige und sein rund 300-köpfiges Team auf eine ausgeklügelte Technik zurück: Ist ein Lkw an einem der 90 Wareneingangstore angekommen, wird jede einzelne Palette mit einem Strichcode versehen. Der enthält neben Informationen wie Liefer- und Haltbarkeitsdatum auch die genaue Lagerposition. Staplerfahrer Alexander Hieb befördert die Paletten in die Regaltürme. Ab jetzt läuft die Verwaltung computergesteuert.

Für 362 Märkte

Das Zusammenpacken der bestellten Ware für die 362 Märkte in Hessen, Südniedersachsen und Nordrhein-Westfalen, die von Breuna aus beliefert werden, werde aber von Hand erledigt, erzählt der Betriebsleiter. Aus der so genannten Greifzone stapeln Mitarbeiter im Minutentakt die Europaletten voll. Greifen sie einmal ins Leere, ist aus der darüber liegenden Reservezone im Nu für Nachschub gesorgt. Die Lieferung soll schnell im Markt ankommen. „Was wir heute fertig machen, steht morgen im Laden“, so Heitzmann.

Seinen Schal zieht er ein wenig fester, als er die Tür zum Tiefkühllager öffnet. Minus 24 Grad Kälte sind es hier. Die Mitarbeiter eilen auf ihren Ameisen in Windeseile durch die Gänge, sind dick eingepackt, als wollten sie zum Skifahren auf die Piste gehen. Tausende Kartons mit Fischstäbchen, Gemüse und Pizza lagern im 2375 Quadratmeter großen Raum, der einem überdimensionalen Eisschrank gleich kommt. Auch die Weihnachtsgänse.

Lagerarbeiter André Ahmer hat dicke Handschuhe an und verstaut die gerade angelieferten Kisten mit den mächtigen Keulen des Federviehs.

Jens Heitzmann kann trotz aller Widrigkeiten gelassen sein. Auch die Orangen aus Spanien haben ihr Reiseziel noch erreicht, das Fest kann kommen.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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