Null-negativ ist sehr begehrt: 229 Mal spendete Henschel Blut

+
Jede Menge Ehrennadeln: Seit seinem 24. Lebensjahr gehört Bernhard Henschel aus Haldorf zu den Blutspendern des DRK.

Edermünde. Bernhard Henschels Blut ist null-negativ. Das ist selten. Und weil er damit in den vergangenen 42 Jahren nicht gespart hat, sondern es dem Deutschen Roten Kreuz zur Verfügung stellte, durfte er kürzlich für ein Wochenende nach Berlin fahren, auf Einladung des DRK.

Er gehörte zu 65 Männern und Frauen, die für ihr besonderes Engagement zum 11. Weltblutspendetag eingeladen worden waren. Insgesamt ging Henschel 229-mal zur Blutspende. Regelmäßig, sagt der 66-Jährige, seit seiner Jugend.

„Nur sechs Prozent aller Menschen haben die Blutgruppe null-negativ“, erzählt Bernhard Henschel. In dringenden Fällen sei er vom DRK immer wieder angerufen worden, ob er sofort zum Spenden kommen könne, berichtet er. Ein Taxi habe ihn dann direkt an seinem Arbeitsplatz im Volkswagenwerk Baunatal abgeholt und in die Klinik gefahren.

Im WV-Werk hatte auch seine erste Blutspende stattgefunden. Das Datum weiß er genau: Am 9. Oktober 1972 waren die Mitarbeiter des Autoherstellers in Baunatal aufgerufen, Blut zu spenden, und auch Bernhard Henschel war damals dem Aufruf gefolgt. Er erinnert sich unter anderem deshalb so gut daran, weil er beobachtete, wie ein etwa zwei Meter großer Kollege beim Anblick des Blutes mit einem lauten Donnerschlag zu Boden ging. „Wenn dem das passiert, dann geht es mir vielleicht gleich auch so, dachte ich“, sagt Henschel lächelnd. „Es ist aber alles gut gegangen.“ Er habe immer gerne Blut gespendet. Mit Blut könne man Leben retten, und er fühle sich nach den Spenden immer fit, erklärt der Vielspender.

250 Mal, das möchte er auf jeden Fall noch schaffen, so lange er noch Blut spenden darf, denn ab dem 71. Lebensjahr ist Schluss. Obwohl zwischen den einzelnen Spenden mindestens 56 Tage liegen müssen, könnte er dieses Ziel noch locker erreichen. Wer so oft geholfen hat, der hat auch eine Ehrung verdient. Zwar nicht deshalb, sondern allein dafür, dass er auf der Spenderliste des Deutschen Roten Kreuzes steht, wurde Bernhard Hess neben 64 weiteren Blutspendern und Helfern in Berlin beim 11.Weltblutspendetag vom DRK geehrt.

Er freute sich sehr über die Einladung in die Hauptstadt und durfte ein Wochenende lang mit den anderen Ehrengästen am Programm des DRK teilnehmen. Krönung dieses, wie er sagt, unvergesslichen Wochenendes war ein festlicher Empfang im Schloss Charlottenburg. DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg und die DRK-Botschafterin Carmen Nebel überreichten den 65 Auserwählten aus ganz Deutschland die Urkunden und Ehrennadeln. Diese wurden von der Designerin und ebenfalls DRK-Botschafterin Jette Joop eigens für diesen Anlass gestaltet. Aus Gold und mit fünf Rubinquadraten in einem Kreuz versehen, reiht sich die Ehrennadel nun in die ohnehin bereits große Sammlung von Bernhard Henschel ein. 14 Anstecknadeln hat er schon bekommen, die letzte zu seiner 225. Spende. Henschel, der 1948 in Hildesheim geboren wurde, lebt mit Ehefrau Monika in Haldorf. Er arbeitet bei VW im Getriebebau und ist heute Rentner.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare