Parken nur noch mit Ticket möglich

Nun Schranken statt Chaos vor der Ziegenhainer Klinik

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Schranke rot-weiß: Der neu gestaltete Bereich vor dem Eingang der Ziegenhainer Klinik kann nur noch nach dem Passieren einer Schranke befahren werden. 

Ziegenhain. „Hier war schon ein ziemliches Chaos.“ Die Worte von Andrej Usbeck, dem Leiter der Wirtschaftsabteilung und der Betriebstechnik der Schwalm-Eder-Klinik, sprechen Bände. Die Schwälmer wissen auch ganz genau, warum: Drei Monate lang war das Umfeld des Krankenhauses eine Baustelle. 

Dass hier nun alles in neuem Glanz erstrahlt, kann aber nicht über die Probleme während des Umbaus hinwegtäuschen.

Parksünder

Weil die Parkplätze nicht befahrbar waren, hatten die Patienten ihre liebe Mühe, das Auto während des Klinik-Besuchs so abzustellen, dass es niemanden störte. Da die Klinik jedoch eines von nur drei Krankenhäusern im Schwalm-Eder-Kreis ist, kam es fast zwangsläufig zu Problemen: Geparkte Fahrzeuge standen beispielsweise so, dass vorbeifahrende Busse behindert wurden. Das lösten dann Mitarbeiter des Ordnungsamts, die Knöllchen hinter die Scheibenwischer klemmten oder Falschparker abschleppen ließen. „Um Ordnung zu schaffen“, wie Bürgermeister Stefan Pinhard ohne große Regung erzählt, als der neu gestaltete Außenbereich im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wird.

Anstrengungen

Viel schlimmer war für manchen Bürger aber der Umstand, dass Schwerbehinderte nur mit großen körperlichen Anstrengungen zur Klinik kamen, was in so mancher Notsituation tragisch enden kann.

Einzige Parkmöglichkeit: Seit Abschluss der Baumaßnahmen müssen Besucher und Patienten diesen Parkplatz nutzen. Rundherum gilt Halteverbot.

Doch das alles spielt an diesem Präsentations-Nachmittag irgendwie nur eine ganz untergeordnete Rolle. Dass nach der Investition von 150 000 Euro Eigenkapital alles deutlich geordneter läuft, wird in den Vordergrund gestellt. „Der Betrieb läuft reibungslos. Bis auf die Begrünung und dem Zebrastreifen zur Bushaltestelle vor der Klinik ist alles fertig. Jetzt sind die einzelnen Zufahrten besser geregelt. Fußgänger, Autos und die Krankenwagen behindern sich nicht mehr“, sagt Usbeck, als er am Eingang der Ziegenhainer Klinik steht.

Dort angekommen wird so mancher wohl schon die erste Odyssee hinter sich haben. Das Parkplatzsystem wurde nämlich geändert. Schranken versperren nun den Weg der Patienten.

Parktickets

Jeder muss ein Ticket ziehen und im schlimmsten Fall auch zahlen. 30 Minuten sind kostenfrei, 50 Cent kostet jede weitere halbe Stunde, der Höchstsatz beträgt fünf Euro. Bei Dauerparken – ab dem dritten Tag – reduziert sich der Preis auf drei Euro je Tag. Das Ganze wird durch lauter Halteverbots-Schilder in der Krankenhausstraße garniert. Auf die Kostenpyramide wird zudem erst an der Säule hingewiesen, die das Ticket ausgibt. Für Geschäftsführerin Dr. Dagmar Federwisch ist das alles halb so wild. „Wer also nur kurz parkt, zahlt nichts“, sagt sie. „Im Notfall kann man natürlich weiterhin vor der Klinik rechts abbiegen und zur Ambulanz fahren, jemanden dorthin bringen und dann parken.“

Durch den Umstand, dass dies – mit Ausnahme des Parkhauses und des Bahnhofs-Parkplatzes – der einzige Ort ist, an dem man in Schwalmstadt fürs Abstellen seines Wagens zahlen muss, gerät der neue Außenbereich fast in Vergessenheit. Dabei ist er wirklich gelungen.

Quelle: HNA

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