Engpässe im Instandsetzungswerk in Kassel

NVV muss Züge von anderen DB-Regio-Töchtern  ausleihen

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Aus dem Norden: Derr NVV muss im Zuge seines Fahrplanwechsel Fahrzeuge anderer DB-Regio-Töchter ausleihen. Darunter auch die Usedomer Bäderbahn, die auf der Strecke zwischen Wolfhagen und Kassel im Einsatz ist. 

Wolfhager Land. Züge von der Insel Usedom auf den Gleisen zwischen Kassel und Wolfhagen?

Eine Leserin hat sich verwundert an die HNA gewandt, weil sie eine Usedomer Bäderbahn auf der Bahnstrecke in Zierenberg gesehen hatte. Und tatsächlich: Die Kurhessenbahn muss bedingt durch einen Fahrplanwechsel ihr Nordwesthessennetz teilweise mit anderen Fahrzeugen ausstatten.

Aktuell sind Fahrzeuge, die anderen DB-Regio-Töchterfirmen angehören, auch auf der Strecke zwischen Wolfhagen und Kassel im Einsatz, erklärt Sabine Herms, Sprecherin den Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV).

Bei den Bahnen handelt es sich um Fahrzeuge mit ähnlichen Ausstattungsmerkmalen. Den Fahrgästen würde der Unterschied lediglich durch eine andere Farbgebung auffallen. Außerdem gehören sie zur selben Unternehmensfamilie.

Grund für den Einsatz der neuen Fahrzeuge war eine europaweite Ausschreibung, die die Kurhessenbahn bereits im Frühjahr 2017 für sich entschied und sich somit dazu verpflichtete, neue Fahrzeuge zum Fahrplanwechsel einzuführen.

Doch die neuen Fahrzeuge sind nicht wie vorgesehen Mitte Dezember fertig geworden, erklärt Sabine Herms. „Die vorgesehene Modernisierung der 14 Siemens Desiro konnte nicht pünktlich zum Fahrplanwechsel abgeschlossen werden“, erklärt sie. Die neuen Fahrzeuge würden nun erst in einigen Monaten zur Verfügung stehen. Ein genauer Termin für die Fertigstellung der Züge stehe allerdings noch nicht fest. Verantwortlich für die Verzögerungen seien Engpässe im Instandsetzungswerk der Deutschen Bahn (DB) in Kassel. Von diesen Problemen habe der NVV erst kurz vor Fahrplanwechsel erfahren.

Die neuen Fahrzeuge des NVV sollen mit Klimaanlagen und höhengleichen Ein- und Ausstiegen für eine verbesserte Barrierefreiheit ausgestattet sein. Für Wolfgang Rausch, NVV-Geschäftsführer, stehen in der jetzigen Situation besonders die Fahrzeugqualität und das Angebot im Fokus: „Gemeinsam versuchen wir alles, um eine ausreichende Anzahl von Fahrzeugen zu bekommen, die einen höhengleichen Ein- und Ausstieg bieten.“

Eventuell müsse der NVV damit rechnen, dass von den 27 Fahrzeugen maximal vier Fahrzeuge diese Vorgaben nicht erfüllen, heißt es außerdem in einer Pressemitteilung. Der neue Fahrplan könne allerdings so gefahren werden, wie geplant. Mit dem Fahrplanwechsel möchte der NVV sein Angebot im Nordwesten Hessen erweitern.

Quelle: HNA

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