Besuch auf dem Grün

Oberaula: Neuer Club-Vorstand wirbt für Golf als Breitensport

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Lenken seit Anfang August die Geschicke des Clubs: Vizepräsident Wolfgang Leitl, Präsident Jürgen Sattler (beide aus Fuldabrück) und Pressewart Reinhard Jütte (Morschen) wollen das Golfen in der Region bekannter machen.

Oberaula. „Mit einem Schlag Urlaub vom Alltag“ - unter diesem Motto soll der Verein künftig stärker in die Öffentlichkeit getragen werden.

Golf gilt als teuer, elitär und überaltert – kaum eine andere Sportart ist mit so vielen Vorurteilen behaftet. Während die aktiven Golfer bei ihrem Sport an Naturverbundenheit und Spaß denken, haben die Nicht-Golfer eine deutlich andere Wahrnehmung. Sie assoziieren mit Golf vor allem den Sport für Reiche. 

Jürgen Sattler, Wolfgang Leitl und Reinhard Jütte vom Kurhessischen Golfclub Oberaula/Bad Hersfeld kennen all diese Vorurteile zur Genüge: „Dabei ist Golf längst ein Breitensport geworden, der von Jung bis Alt ausgeübt werden kann“, sind sich der neue Präsident, sein Vize und der im Verein für Öffentlichkeitsarbeit Zuständige einig.

Seit 1. August lenkt das Trio die Geschicke des 510 Mitglieder zählenden Clubs. Mittlerweile kommen auch viele Schwälmer zum Golfen. „Aber es hat durchaus seine Zeit gedauert, die Schwälmer zu überzeugen“, gibt Sattler zu. Der Fuldabrücker will die Vision des Clubs künftig stärker in die Öffentlichkeit tragen. Das Motto: „Mit einem Schlag Urlaub vom Alltag.“

Gelände hat unter Dürre gelitten

Wie Urlaub mutet der Rundgang über das 64 Hektar große Gelände auch ein wenig an. Beeindruckend sind die Grüns – die Areale, wo eingelocht wird – die mit ihrem satten, raspelkurz geschorenen Rasen. 

Dem Gelände selbst hat der trockene Sommer zugesetzt: „Wir haben das Wasser eines ganzen Teiches zum Wässern benötigt“, erläutert der Präsident. Hierbei machen die passionierten Golfer auch gleich klar, dass eine komplette Golfrunde eher einer Wanderung denn einem Spaziergang ähnelt. 

„Eine Golfrunde hat zehn Kilometer und dauert knapp vier Stunden.“ Die Herren geben aber unumwunden zu: „Der Sport ist gut für Ältere geeignet, er ist gelenkschonend.“

In der Saison, von April bis Oktober, wird regelmäßiges Training angeboten. Die Mannschaften beteiligen sich an Spielen der Hessen- und der Landesliga, beispielsweise bei Turnieren in Zwickau und Erfurt. 

Sie nennen es "Tussi-Turnier"

Bei aller Ernsthaftigkeit stünde aber auch der Spaß und die Gemeinschaft im Mittelpunkt, erzählt Schriftführerin und Ladies Captain Edeltraut Velde: „Im September gibt es ein Tussi-Turnier, das wir vor einigen Jahren ins Leben gerufen haben. Da dekorieren wir alles in Pink und verbringen miteinander einen lustigen Nachmittag.“

Der Club hat mit George Staples einen angestellten Trainer, Pro genannt. Daneben gibt es eine überdachte Übungsanlage, einen Simulator, für die Wintermonate. 

Eingespieltes Trio: von links Monica Leitl, Barbara Krüger und Kerstin Schmauch spielen regelmäßig ihre Bahnen.

Stärker in den Blick nehmen will der Vorstand künftig die Jugendlichen. Die Gruppe macht gerade einmal 15 Prozent der Mitglieder aus. 76 Jugendliche kommen regelmäßig ins Training. „Da müssen und wollen wir auch mehr tun“, sagt der Vorstand.

Nicht wenige Prominente waren schon in Oberaula zu Gast: etwa die Schauspieler Elmar Wepper und Anja Kruse, die Fußballer Uwe Seeler, Otto Rehagel und Franz Beckenbauer, auch die Kessler Zwillinge. 

Zu den Fußballweltmeistern gesellte sich 1994 aus den Reihen des Clubs eine sportliche Größe: Eckehard Kirschstein wurde in Florida Weltmeister der World Association of Left-handed Golfers (WALG), wo er sich gegen 460 Golfer durchsetzte.

Quelle: HNA

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