Gang durch Gemarkung

Oberaularer und Gäste erkundeten im Jubiläumsjahr die Grenzen des Ortes

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Start am Marktbrunnen: Der Verein Ovilah Historia hatte zusammen mit dem Knüllgebirgsverein zur Grenzwanderung rund um Oberaula eingeladen. 60 Gäste liefen mit.

Oberaula. 60 Oberaulaer und Gäste haben sich kürzlich zur ersten Grenzwanderung im Jubiläumsjahr getroffen. Dazu eingeladen hatte der Verein Ovilah Historia und der Knüllgebirgsverein.

Die Tour verlief entlang der westlichen Gemarkungsgrenze, Wanderwart Heinz Herget lenkte die Gruppe.

Schon beim Start an der Kirche schauten sich die Teilnehmer den Grenzstein aus dem Jahre 1685 an, der ehemals an der Gemarkungsgrenze Wahlshausen aufgestellt war. In der Birketstraße warf man einen kurzen Blick auf den Dreimärker am Waldrand des Münzeberges. Herget erläuterte, dass es über die Jahrzehnte verschiedene Formen der Grenzmarkierungen gegeben habe.

Vorbei am Höny-Hof ging es dann in Richtung Katzbach-Eiche. Hier war der Weg vormals an beiden Seiten durch eine Eiche markiert. Die heute noch stehende Eiche gehört zum Ort Hausen. Im Wald entdeckten die Wanderer einen weiteren Grenzstein von 1685, der ein Teil der Wegemarkierung der alten Oberaulaer Straße war. Herget wies im Hollenbach auf die Quelle hin, die fälschlicherweise von einigen als Quelle der Aula bezeichnet werde.

Nach einer Rast an der Sinninghütte ging es weiter zur Quelle und Speicheranlage der ehemaligen Wasserleitungsgenossenschaft am Hollenbachteich. Herget erläuterte, dass das Quellgebiet und der Wasserbehälter ungefähr auf Höhe der Kirchturmuhr lägen. Dies erzeuge einen natürlichen Wasserdruck für die Wasserversorgung.

Zu Fuße des „Hemmche Schlössche“ berichtete Herget über die Sage zum Hermanns Schlösschen mit dem geheimen, unterirdischen Gang nach Oberaula. Dieser sei von ein paar jungen Burschen entdeckt worden, war aus der Chronik zu erfahren. Möglicherweise gehe die dialektische Bezeichnung Hemme (Bremse) auch auf eine Pferdewechselstation zurück, die sich auf der Anhöhe befunden haben könne. Der Weg über diese Kuppe sei in vergangenen Zeiten gewählt worden um die anfallenden Zölle in den Ortschaften Oberaula und Hausen zu umgehen – und Bremsen musste man sicher, wenn man wieder herunterfuhr. Nach einem Stopp am Tretbecken klang der Tag gesellig aus.

Der zweite Teil der Grenzwanderung ist für den 14. Oktober geplant. 

Quelle: HNA

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