Johannes Eisenberg dreht eine Dokumentation über das Dorf

Der Obergrenzebacher Alltag ist jetzt ein Filmthema

+
Dreh für die Dokumentation über Obergrenzebach: Filmemacher Johannes Eisenberg filmt HNA-Zeitungsausträgerin Gisela Best während der Arbeit. 

Obergrenzebach. Wer kennt es nicht, sobald irgendwo ein alter Film über den eigenen Heimatort gezeigt wird, sitzt man gespannt am Fernseher oder dem Bildschirm und schwelgt in nostalgischen Erinnerungen. Damit es etwas zu sehen gibt, muss aber erst einmal ein Film gedreht werden.

In Obergrenzebach hat sich der Kulturverein in diesem Jahr dieser Aufgabe verschrieben.

Anlässlich des 875-jährigen Bestehens des Ortes in diesem Jahr habe sich der Verein entschlossen, das Alltagsleben in einem „Zeitgeschehen-Film“ festzuhalten, erklärt der Vorsitzende Lothar Steinbrecher: „In unserer schnelllebigen Zeit weiß niemand, was sich in naher oder ferner Zukunft verändert.“

Für die professionelle Produktion des Dokumentarfilms konnte Steinbrecher Filmemacher Johannes Eisenberg gewinnen. Bereits seit 2013 hat der Marburger den Frielendorfer Ortsteil immer wieder im Film festgehalten. Normalerweise mache er mit seiner Firma medizinische Informationsfilme, sagt der 70-Jährige: „Das was wir hier machen, mache ich, weil es mir Spaß macht.“ Was in Obergrenzebach entstehe, sei eine einmalige Dokumentation, betont Eisenberg: „Mir ist in der Region nicht bekannt, dass sich ein Dorf so festhält.“

Seit Januar kommt Eisenberg für die Filmarbeiten regelmäßig in den Frielendorfer Ortsteil. Schnitt und Ton erledigt der Filmemacher oft am Wochenende in seinem Filmstudio. Man wolle mit dem Film etwas für den ganzen Ort machen.

Der Kulturverein verfolgt das spannende Projekt mit Akribie. Ziel sei es, Obergrenzebach in allen Facetten festzuhalten, so Steinbrecher. Dabei werden auch scheinbar belanglose Dinge wie die Anfahrt eines Heizöl-Tankwagens, das Ablesen des Stromzählers, der Dorfbriefkasten oder die Wetterkapriolen des Sommers festgehalten. „Über allen Aufnahmen steht die Frage: Sind dass Dinge, die für die Nachwelt wichtig sind“, erklärt der Vorsitzende.

Lothar Steinbrecher betätigt sich auch als Hilfskameramann: „Ich kann ja nicht in Marburg anrufen, wenn in Obergrenzebach ein Sack Kartoffeln umfällt.“ Neben dem Dorfbild mit seinen Gebäuden, Straßen und Plätzen werden von den beiden Kameramännern auch Feste, Feiertage, Hobbyaktivitäten, kirchliche Anlässe aber auch das vielfältige Vereinsleben auf Speicherkarte gebannt.

Premiere Ende Dezember

Die Kosten für die aufwendige Dokumentation bewegen sich im vierstelligen Bereich. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Kulturvereins und Spenden. Bis zum Jahresende soll der Film fertig sein, Premiere ist am 29. Dezember. Zielgröße für den Film sei zwei Mal eineinhalb Stunden.

Hintergrund

Kulturverein Obergrenzebach

Der Kulturverein Obergrenzebach wurde vor vier Jahren gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Brauchtum und Dorfkultur im Dorf zu erhalten und zu pflegen. Der Verein hat zurzeit 120 Mitglieder. Homepage:

www.kulturverein-obergrenzebach.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare