Tag des offenen Denkmals am 10. September

Obermühle in Neumorschen wird saniert: Seit 150 Jahren im Familienbesitz

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Die Obermühle in Neumorschen mit Fabian Bickel (29 Jahre) und Johanna Brehm (26 Jahre): Die Mühle wurde das erste Mal 1540 erwähnt. Das Wohnhaus wurde vor rund 200 Jahren gebaut. Es steht unter Denkmalschutz.

Neumorschen/Beiseförth. Die Obermühle in Neumorschen ist seit 150 Jahre im Besitz der Familie von Elfriede Selhausen. Und das sollte auch so bleiben, dachte sich die Enkelin Johanna Brehm.

Sie und ihr Verlobter Fabian Bickel haben das große Anwesen, das unter Denkmalschutz steht, übernommen und sanieren es derzeit. Erwähnt wurde die Mühle das erste Mal um 1540, das Wohnhaus ist laut Johanna Brehm vor rund 200 Jahren dazugekommen. Das junge Paar lädt für Sonntag, 10. September, anlässlich des Tages des offenen Denkmals zu einem Rundgang über die Baustelle ein.

Über 250 Kilogramm Tapete haben beide schon aus dem Haus gebracht sowie Putz abgeschlagen und neuen an den Wänden aufgetragen. Bickel hat sich im Fachwerkforum und in ungezählten Büchern über Fachwerksanierung informiert. Vieles macht das junge Paar in Eigenleistung. Fachliche Unterstützung erhalten sie von der Architektin Helene Hiege aus Konnefeld, die Spezialistin im Fachwerkbereich ist.

Mit dem Wohnhaus und der Mühle verbindet Johanna Brehm ihre ganze Kindheit. „Ich bin mit meiner Schwester Katharina immer hier in den Ferien gewesen“, erzählt die 26-Jährige aus Beiseförth. „Mit meinem Opa Arnold Selhausen bin ich auf dem Schlepper mit auf das Feld gefahren.“

Jede freie Minute verbringt das Paar in Morschen, um seinen Lebenstraum zu verwirklichen. „Man muss das Haus lieben, um bereit zu sein, diese ganze Arbeit auf sich zu nehmen“, sagt Brehm.

Auch Fabian Bickel schwärmt: „Es ist einfach ein einzigartiges und fantastisches Anwesen hier.“ Drei Etagen hat das Wohnhaus. „Wir wollen aber nur die beiden ersten Etagen bewohnen“, sagt Johanna Brehm.

Über 240 Quadratmeter mit sieben Zimmern, Küche, Bad und hohen, weitläufigen Räumen warten vorerst auf Sanierung.

Tapeziert wird natürlich nicht, denn die beiden legen Wert darauf, dass der Stil und der Charakter des Hauses bestehen bleibt. So werden die Wände mit Kalk- und Lehm verputzt. „Vorrang hat die Sanierung des Wohnhauses. Was dann noch kommt oder was wir mit der Mühle oder dem Dachgeschoss machen, werden wir sehen“, sagen die beiden. An das Wohnhaus grenzen noch eine Werkstatt, eine Scheune und ein Stall neben einer Mühle an, die heute nicht mehr in Betrieb ist. 1958 wurde das Wasserrad demontiert.

Von Christina Grenzebach

Informationen

Obermühle, Mühlenweg 2, Neumorschen, geöffnet 14 bis 18 Uhr. Führungen ab 14.30 Uhr und 16.30 Uhr. Infos: Tel. 0172 / 64 24 487 oder Tel. 0162 / 90 960 34.
www.tag-des-offenen-denkmals.de

Quelle: HNA

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