Oberstleutnant gibt Kommando ab:Pfadfinder sagt Ade

Verlässt Schwarzenborn: In Anlehnung an sein Dienstfahrzeug, einen Nissan Pathfinder, lautete Oberstleutnant Karsten Krämers Spitzname im Jägerbataillon „Pathfinder“. Foto: Grede

Schwarzenborn. Aus Schwarzenborn nimmt Karsten Krämer viele Erfahrungen, Erlebnisse und menschliche Begegnungen mit.

Nachdrücklich eingeprägt hat sich dem scheidenden Kommandeur des Jägerbataillons allerdings eine Erkenntnis: Seine Soldaten sind in Schwarzenborn und Umgebung wohlgelitten, nur die im Winter gespurte Loipe entlang des Übungsplatzes dürfen sie bei Übungsmärschen nicht zertreten oder mit ihren Fahrzeugen zerstören – sonst steht das Beschwerdetelefon in der Knüllkaserne nicht still.

Knapp zweieinhalb Jahre führte der Oberstleutnant die Truppe in der Knüllkaserne. Es klingt nicht nur so dahin gesagt, wenn der 43-Jährige Ausdrücke wie „ans Herz gewachsen“, „sehr intensiv“ und „viel Feedback“ verwendet. Sichtlich wohlgefühlt hat er sich in seiner Rolle als Kommandeur.

Spannend sei es gewesen, für so viele Menschen da zu sein – immerhin mit 1400 Personen mehr als die Kleinstadt Schwarzenborn Einwohner zählt. Dass an dem Satz „Einmal ein Jäger, immer ein Jäger“ etwas dran sein muss, belegt Karsten Krämer. „Wir definieren uns nicht nur über ein Hauptwaffensystem, sind ausdauernd, bei Wind und Wetter draußen – und der Kommandeur ist immer mit draußen“, sagt er.

Drei Themen haben das Jägerbataillon unter seiner Führung beschäftigt:

• Seine Reaktionsfähigkeitbewies der Verband bei der spontanen Übung Joint Derby, der größten Logistikübung der Bundeswehr. Das gesamte Bataillon war bei dem Manöver mit 1000 Mann und 300 Fahrzeugen unter anderem per Fähre und Flugzeug von Schwarzenborn nach Munster verlegt worden.

• Der zweite Punkt betrifft die multinationale Zusammenarbeit. Dabei ging es nicht nur um die kulturelle Verständigung mit niederländischen und georgischen Soldaten. Es zeichne den Schwarzenbörner Verband aus, sich als „Team Jägerbataillon 1“ zu integrieren. „Wir sind eine Art Multitool“, sagt Krämer selbstbewusst: „Ein Verband, der alles kann.“

• Durchsetzungsfähigkeit und ihr gutes infanteristisches Handwerkrunden das Profil der Jäger auf dem Knüllplateau ab. Der Standort biete für die Ausbildung gute Voraussetzungen, meint der Oberstleutnant. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit stellten die Soldaten des gesamten Bataillons bei Crossläufen unter Beweis. Und bei sogenannten „Militärpatrouillen“ mussten die Soldaten in Gruppen auf Zeit einen militärischen Parcours bewältigen.

Oberstleutnant Karsten Krämer wird sich heute bei einem Appell verabschieden. Das Kommando übernimmt Oberstleutnant Wolfgang Schröder. Krämer geht mit seinem vierten Afghanistan-Einsatz für sechs Monate nach Kabul.

Schwarzenborn behält er in angenehmer Erinnerung: „Einzigartig ist die Integration der Soldaten in die zivile Nachbarschaft.“

Quelle: HNA

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