1. Preis beim Landeswettbewerb

Brüderpaare gewannen bei  „Jugend musiziert“

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Im Quartett erfolgreich: Hinten von links Jona Pollmächer und Felix Heinmöller, vorne von links Lukas Heinmöller und Paul Pollmächer.

Oberurff. Die vier jungen Gitarristen sitzen im Halbkreis und stimmen mit fachmännischem Blick ihre Instrumente. Dann geht’s los: Eine spanische Melodie erklingt. Zielsicher greifen die Vier die Töne am Hals ihrer Akustikgitarren.

Um die Einsätze abzustimmen, tauschen sie Blicke aus und nicken einander zu. Das Ganze funktioniert wie aus einem Guss. Kein Wunder, denn Jona und Paul Pollmächer aus Niederurff und Lukas und Felix Heinmöller aus Oberurff haben beim landesweiten Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ als Gitarrenquartett den 1. Preis abgeräumt.

Für den Wettbewerb hatten sie das Stück seit September vier Mal täglich geübt, insgesamt ungefähr 200 Mal. „Man lernt es erst für zwei Wochen, dann kann man es auswendig. Irgendwann hängt es einem aber zum Hals raus,“ sagt Felix. Die anderen stimmen ihm zu.

200 Mal üben

Beim Wettbewerb spielten die beiden Brüderpaare Stücke aus zwei Epochen und mussten ein Zeitlimit von sechs bis zehn Minuten einhalten. „Wir waren schon aufgeregt,“ sagt Jona über den großen Auftritt vor Jury und Publikum. Zuvor hatten die Jungs sich auch auf regionaler Ebene durchgesetzt. Würde es einen bundesweiten Wettbewerb geben, sie hätten dort teilnehmen dürfen.

Wenn sie im Quartett spielen, benutzen die jungen Musiker unterschiedliche Saiteninstrumente wie die Terz- oder Oktavgitarre. „Das ist wie bei einem Orchester mit vielen Instrumenten,“ erklärt ihre Lehrerin Anja Gerschwesky, „So spielen sie auf verschiedenen Frequenzen.“ Was es bedeutet, dass sie als Brüder zusammen üben? „Vor allem Ärger,“ sagt Lukas und grinst. Aber trotzdem mache das Zusammenspielen mehr Spaß als alleine, da sind sie sich alle einig. „Wenn man gemeinsam auftritt, hat man aber mehr Verantwortung, weil man auch für die anderen und nicht nur für sich spielt,“ ergänzt Felix.

Obwohl die Jungs für den Wettbewerb viel üben mussten, haben sie neben Gitarrespielen und Schule auch noch Zeit für andere Hobbys wie Fußball, Schwimmen, Bogenschießen und Tischtennis. Auch was die Musik betrifft, dreht sich nicht immer alles nur um Gitarrenklänge. Zuhause hören die Vier am liebsten Lieder, die bei „Planet Radio“ laufen.

Hip-Hop geht nicht

Ob man so etwas auch auf der Gitarre spielen kann? „Hip-Hop geht nicht,“ sagt Anja Gerschewsky. Moderne Sachen könne man aber trotzdem spielen. Zum Beispiel „Haus am See“ von Peter Fox.

Jedenfalls haben sie nach ihrem Erfolg neue E-Gitarren bekommen. Nachdem die Vier vor allem Stücke aus älteren Epochen gespielt haben, steht jetzt Eric Clapton auf dem Programm.

Von Till Bayer

Quelle: HNA

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