Pfarrer im Altkreis begrüßen Beschluss der Landessynode

Öffentlicher Segen für homosexuelle Paare

Wolfhager Land. Nach Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) dürfen Pfarrer nun gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, öffentlich im Gottesdienst segnen. Vorher ging das nur im Rahmen der Seelsorge.

Marita Fehr, Pfarrerin aus Altenhasungen, steht dem Beschluss durchaus positiv gegenüber: „Wenn heute ein solches Paar mit diesem Anliegen käme, wäre ich froh, den Wunsch nach einer Segenshandlung nicht abschlagen zu müssen“, sagt sie. Homosexuell lebende Paare sehe sie nicht als Mängel-Exemplare. „Ich kann mir keinen Grund denken, einem liebenden Paar, das Gottes Segen sucht, diesen Segen vorzuenthalten“, meint die Pfarrerin. Auch Dr. Gernot Gerlach, Dekan des Kirchenkreises Wolfhagen, begrüßt den Beschluss der Landessynode. Die Entscheidung sei ein Ausdruck einer evangelischen Freiheit der Verantwortung.

Voraussetzung für die Segnung sei jedoch, dass eine der beiden Personen evangelisch ist. Darüberhinaus könne es Fälle geben, in denen ein Pfarrer oder eine Pfarrerin aus Gewissensgründen eine solche Segnung nicht vornehmen wolle oder könne. Dann bestehe die Möglichkeit, dass ein anderer Pfarrer die Zeremonie leite. Wieviele Paare sich tatsächlich öffentlich segnen lassen wollen, sei aber jetzt noch nicht abzusehen. Einen großen Ansturm auf die Segnung erwarte man aber nicht. Im ländlichen Raum kommt es nach Einschätzung von Pfarrerin Marita Fehr auch erst seit etwa zwei Jahrzehnten vor, dass Menschen ihr Zusammenleben in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft nicht mehr verdecken, sondern offen gestalten. In den vergangenen Jahren habe es bislang keine Anfragen nach einer Segenshandlung von homosexuellen Paaren im Pfarrbezirk gegeben. ZUM TAGE

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Von Vera Glass und Friederike Szamborzki

Quelle: HNA

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