Melsunger Kabarett-Wettbewerb: Auftakt mit Thilo Seibel und Ludger K.

Öliges und Schlager-Omas

Sie bestritten den ersten Wettbewerbsabend: Thilo Seibel aus Köln...

Melsungen. Schadenfreude ist die schönste Freude, sagt der Volksmund. In diesem Sinn kam auch das Publikum beim Eröffnungsabend der 16. Melsunger Kabarett-Tage auf seine Kosten. Zwei Wortkaskadeure kämpften sich in der Kulturfabrik durch den Dschungel aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – zwar jeder für sich als Kontrahent im Wettbewerb, aber gemeinsam schlagkräftig in ihrem Vermögen, die Zuschauer zu Lachsalven hinzureißen.

Den Auftakt machte vor 400 Besuchern Thilo Seibel aus Köln mit seinem Öko-Kabarett „Hurra, hurra, das Öl ist aus“. Seibel, ein quirliger Zappelphilipp im rhetorischen Till-Eulenspiegel-Gewand, gestaltet wortwitzig und intelligent seine satirischen Umkehrschlüsse zum Thema Öl, Energie und Kernkraftwerke.

Etwas von der Märchenfigur des kecken tapferen Schneiderlein haftet ihm an, und sieben auf einen Streich zu erlegen, ist für Seibel ebenfalls kein Problem. Angela Merkel, Stoiber, Pofalla und Kohl gehören zu seinen Opfern ebenso wie Guido Westerwelle, der „damit beschäftigt ist, dass die Erde keine Scheibe ist und sich nicht nur um ihn dreht“.

Dass alte Kernkraftwerke trotz des ungelösten Abfallproblems weiterlaufen, ist für Seibel so schlüssig wie „jemand, der eine Baugenehmigung für ein Haus ohne Kanalanschluss beantragt“.

Da lobt er sich doch die guten alten Zeiten, in denen man mit sechs Leuten im VW Käfer in den Urlaub fuhr – und darin zuweilen auch Kinderzeugte, ganz ohne heutigen technischen Schnickschnack. Auch Seibel outet sich als so ein waschechtes Käfer-Kind.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Quelle: HNA

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