DJ Ötzi brachte die Berglandhalle zum Beben

Körle. „Gebt mir ein A, ein N, ein T, ein O und noch ein N – das heißt?“ Aus hunderten von partyfreudigen Kehlen in der Körler Berglandhalle schallte die lautstarke Antwort zurück: „Anton!“ Genau, der aus Tirol.

Gerhard Friedle alias DJ Ötzi versteht sich darauf, sein Publikum zu animieren und zu begeistern. Am Samstag war der in Tirol geborene Schlager-, Pop- und Volksmusiksänger der Stargast bei einer Musik- und Unterhaltungs-Gala der Kreissparkasse Schwalm-Eder. Etwa 800 Besucher waren gekommen, um den Stimmungs-Star live zu erleben.

Bis es soweit war, heizten ein Mann mit dem Künstlernamen „Herr Fröhlich“ sowie Schlagersternchen Katharina Stoll die Stimmung an – mit unterschiedlichem Erfolg. Besagter Herr Fröhlich riss das Publikum mit seinen fantasievollen Blödeleien zu Beifallsstürmen hin. Die Ideen: Köstlich! Einen Luftballon bläst er mit dem Allerwertesten auf – so die Suggestion. Oder er spielt auf Gläsern, die von Kopf bis Fuß an seinen Kleidern haften, Evergreens.

DJ Ötzi in der Körler Berglandhalle

Der Mann ist ein Comedy-Kunstwerk und mit dem Publikum im Dauerdialog. Stand mal ein Besucher auf, um das stille Örtchen aufzusuchen, raste Herr Fröhlich sogleich hinterher, stoppte ihn und mahnte: „Hiergeblieben, ich bin noch nicht fertig.“

Nach dem skurill komischen Herrn Fröhlich dann die schlagerfröhliche Katharina Stoll. Für das MDR-Fernseh-Ballett hat sie mal getanzt. Sie unterhielt das Publikum, das es sich wie bei großen Karnevals-Veranstaltungen an langen Tischen bequem gemacht hatte, mit Schlager-Herzschmerz wie „Ohne Dich“ oder „Es ist vorbei“. Ein wenig unsicher wirkte die Sängerin und stimmlich nicht in Bestform. Das Publikum applaudierte freundlich.

Animateur und Kumpeltyp

Eine Viertelstunde später schon aber brodelte die Halle. Man kann über DJ Ötzi sagen, was man will, ihn lieben oder auf einen Marktschreier aus Schlagerland reduzieren, aber eins muss man ihm lassen: Er ist eine Stimmungskanone, ein Animateur und Kumpeltyp, der auf sein Publikum eine elektrisierende Wirkung hat.

Vielleicht wegen dieser Mischung aus rauem Draufgänger und Melancholiker mit gummibärchenweichem Herzen. So präsentierte er sich jedenfalls – und das wirkte sympathisch und kam an.

Schon nach dem ersten Lied folgten so viele Besucher seinem Aufruf „Kommt doch von den Tischen weg und hier zur Bühne“, dass das Gedränge groß wurde. Gleichzeitig hatte es den Effekt, dass die meisten anderen Besucher sich erheben mussten, um von der Bühnenshow etwas zu sehen. Aber das störte niemand im stimmungstrunkenen Riesensaal. Im Gegenteil, es passte.

Denn mit jedem Ötzi-Ohrwurm stieg das Party-Barometer. Vom „Anton aus Tirol“ über „Sieben Sünden“, „Noch in 100 000 Jahren“ bis hin zum „Stern, der deinen Namen trägt“, bei dem auch Kinder aus dem Publikum auf die Bühne durften, stieg die gute Laune beständig.

Zum Abschluss Lagerfeuer-Romantik und kollektive Gänsehaut: DJ Ötzi stimmte den Ohrwurm „Country Roads“ an, das Publikum gab den Chor. Viel Applaus für den Tiroler Entertainer und für diesen stimmungsvollen Abend.

Quelle: HNA

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