Wettesinger Geschichtsverein: Backhaus-Premiere beim Frühlingsfest am 27. März

Ofen glüht im Probelauf

Brot direkt aus dem Backofen: Hermann Rappe, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein, und seine Vorstandskolleginnen Renate Albermann (rechts) sowie Claudia Lambrecht freuen sich über das neue Angebot für die Wettesinger. Fotos: Binienda-Beer

Wettesingen. Auf seinem langen und buchstäblich steinigen Weg bei der Umwandlung von Hold-Henners-Hus und seinem Areal zu einem kulturellen Dorfmittelpunkt hat der ehrenamtliche Bautrupp des Heimat- und Geschichtsvereins Wettesingen ein bedeutsames Etappenziel erreicht.

Das Backhaus gleich neben dem historischen Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1651 ist fertig, und der zu Jahresbeginn eingebaute Riesenofen läuft im Probebetrieb. Frisches Bauernbrot, Butterkuchen und rustikales Backwerk, so genannte Sauerkrautschleifen, gingen am vergangenen Samstag weg wie warme Semmeln.

Zur bestellten Ware gab’s gleich noch einen heißen Kaffee und die Gelegenheit, sich am Stehtischchen im Freien über Dorfneuigkeiten auszutauschen.

Alle vier Wochen soll von nun an der Ofen im Backhaus angeheizt werden -an jedem dritten Samstag im Monat. Bestellungen nehmen die rührigen Handwerker vor Ort, Leute aus dem Bautrupp um den 1. Vorsitzenden Hermann Rappe sind fast immer am Schaffen, und telefonisch die Vorstandsmitglieder des Vereins entgegen (bis Freitagmittag). Bei den Routinebacktagen allein soll es nicht bleiben. Auch für die vielen vom Heimat- und Verkehrsverein geplanten Veranstaltungen an und später auch in Hold-Henners-Hus soll das Backhaus Leckereien liefern.

Nicht nur Nostalgie spielt dabei eine Rolle. Der Erlös aus dem Verkauf von Backwaren, mit dem der Verein dem örtlichen Lebensmittelgeschäft allerdings keine ernsthafte Konkurrenz machen will, ist für die Finanzierung des Mammutsanierungsprojekts eingeplant.

Um- und Anbau zum Backhaus mit Küchentrakt lassen heute nicht mehr erkennen, dass hier zwischen Hold-Henners-Hus und dem romantischen Bauerngarten des Vereins noch bis ins vorige Jahr eine einfache Doppelgarage aus den 1960-er Jahren ihr Dasein fristete. Eine Schultafel auf der Frontseite nennt den nächsten Backtermin.

Und wenn der Ofen glüht, gibt es dafür fortan ein schon von der Straße gut erkennbares untrügliches Zeichen. Am Rande des Bauerngartens weist dann ein in den Boden gerammter alter Backschieber, dekoriert mit bunten Bändern, auf den Brot- und Kuchenverkauf hin.

Von draußen zuschauen

Nur Eintreten ins Backhaus wird aus Hygiene- und Platzgründen nicht gern gesehen. In Wettesinger Platt klärt ein Türschild auf: „Wi backet dündach. Sit sou gout und bliwet druten! Dür’t Fenster konn je kucken. (Wir backen heute. Seid so gut und bleibt draußen. Durchs Fenster könnt Ihr gucken.)“ Tatsächlich geben große Scheiben den Blick frei in die Backwerkstatt und ihre Mannschaft. Der Wettesinger Bäckermeister Heinrich Schlag führt hier ehrenamtlich, aber professionell das Kommando. Seine Hobby-Gesellen Klaus Seewald und Torsten Flörke hat er bereits in die Kunst der Teigherstellung eingewiesen.

Noch in diesem Monat krempelt das Backteam wieder seine Ärmel hoch. Am Sonntag, 27. März, lädt der Heimat- und Geschichtsverein ab 11 Uhr zu seinem Frühlingsfest an und vor Hold-Henners-Hus ein. Für die Besucher gibt’s Leckereien aus dem Backhaus: Kuchen zum Kaffee und Brötchen zu heißem Leberkäse, außerdem Laugenstangen und frische Brote zum Mitnehmen. Ein lohnenswertes Ziel vor oder nach dem Besuch des Wahllokals.

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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