Dierk Glitzenhirn ist neuer Pfarrer in Treysa – Einführungsgottesdienst am Sonntag

Offen für Freud und Leid

Verstärkt ab 1. Februar das Team: Dierk Glitzenhirn ist mit halber Stelle neuer Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde in Treysa. Foto: Rose

Treysa. Dierk Glitzenhirn ist ab Februar der Vierte im Bunde, der die Geschicke der evangelischen Kirchengemeinde Franz-von-Roques mitgestaltet. Der 48-Jährige übernimmt die halbe Stelle seiner Vorgängerin Pfarrerin Johanna Dumke. Am Sonntag wird Dierk Glitzenhirn in der Stadtkirche in Treysa in sein neues Amt eingeführt.

Die Schwalm ist dem gebürtigen Osthessen nicht unbekannt. Vor dem Studium leistete er im Diakonizentrum Hephata seinen Zivildienst. „Damals habe die Schwalm im Bezug auf die Nachrüstungsdebatte mit viel politischer Wachheit erlebt“, erzählt Glitzenhirn. Durch das Diakoniezentrum unterscheide sich auch die Kirchengemeinde. Reizvoll findet der Pfarrer die Kombination von Gemeindearbeit und seiner Aufgabe im Evangelischen Forum Schwalm-Eder, einer Einrichtung der Erwachsenenbildung.

Angebote für Senioren

„Ich freue mich aber auch auf Predigten in der charmanten Stadtkirche und den abwechslungsreichen Dorfkirchen“, sagt er. Engagieren möchte sich Dierk Glitzenhirn in Treysa verstärkt in der Erwachsenenbildung, aber auch Kulturveranstaltungen und Angebote für Senioren liegen dem 48-Jährigen am Herzen. „Ich bin ein Teamworker“, sagt er über sich. Als Team hat deshalb auch die ganze Familie entscheiden, bereits im vergangenen Sommer nach Treysa zu ziehen. Die Kinder, zusammen mit seiner Frau derer drei, vermissten Kassel allerdings schon ein wenig. „Aber sie finden es gut, dass ich jetzt ein Pfarrer mit richtiger Gemeinde bin“, erzählt Glitzenhirn. Weiter voran bringen möchte er in Treysa Themen, die ältere Menschen ansprechen. „Dabei geht es mir um selbstbestimmtes Altern. Ältere Menschen brauchen keinen, der ihnen sagt, wo die Reise hingeht. Ich möchte offene Angebote machen, gern mal eine Reise für über 80-Jährige anbieten.“ Seine Kollegen hat Glitzenhirn bereits kennen gelernt. „Ein Qualitätsmerkmal ist eine vernünftige Einigungskultur. Man muss nicht kämpfen, um miteinander zu reden. Das finde ich sehr angenehm.“

Er freue sich auf den Austausch, werde sich aber auch verstärkt dafür einsetzen, dass sich Pfarrer auch in politische Diskussionen innerhalb der Stadt einbinden lassen. In der Stadtkultur mit seinen Festen und Veranstaltungen sieht er Potenziale. „Die Totenkirche könnte für geistliche, aber auch gesellschaftliche Projekte häufiger genutzt werden“, findet Glitzenhirn.

Er schätze echte Begegnungen, sei offen für Freud und Leid. Was ihn ärgert, ist verkappte Bodenständigkeit: „Die, die keinen Raum für andere Kulturen lässt.“ Deshalb möchte er sich um Asylsuchende kümmern. Seine Stelle im evangelischen Forum versteht er als Doppelticket: „Ich werde immer prüfen, was das für die Gemeinde abwirft.“

• Einführungsgottesdienst, Sonntag, 5. Februar, 17 Uhr, Stadtkirche Treysa, anschließend Empfang im Kirchsaal.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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