Klimawandel

Hitze-Hammer: In Offenbach wird es so warm wie am kroatischen Mittelmeer

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Am kroatischen Mittelmeer ist es bereits sehr warm. In Offenbach ist das auch bis Ende des Jahrhunderts Realität (Symbolbild).

Das Klima in Offenbach wandelt sich. In naher Zukunft wird es in der Stadt so warm wie in Kroatien.

Offenbach - So verlockend das für manchen klingen mag – Walter, Klimaexperte des Deutschen Wetterdiensts, gab bei der jüngsten Offenbacher Klimaschutzkonferenz eine eher düstere Prognose ab. „Nach Euch die Sintflut? Was tut die Politik für die kommenden Generationen?“ – diese Fragen standen im Hafen 2 im Mittelpunkt. Bei hochsommerlichen Temperaturen interessierten sich fast 80 Personen für das Thema.

„Die globale Temperatur wird sich, wenn wir alle so weitermachen wie bisher, um bis zu fünf Grad zum Ende des Jahrhunderts erhöhen“, blickte Walter voraus. Schon Mitte des Jahrhunderts werde dann ein Hitzesommer, wie dieses Jahr „ein völlig normaler Sommer“. 

Offenbach: Wetter laut DWD wie an der kroatischen Mittelmeerküste

Offenbachs zukünftiges Klima im Jahr 2100 entspreche dann dem der Stadt Rijeka, die an der kroatischen Mittelmeerküste liegt. Das habe extreme Auswirkungen.

Woher kommen die schädlichen Emissionen, die Antreiber für den Klimawandel sind – unter dieser Fragestellung stand der Vortrag von Lena Keul, Referatsleiterin für Klimaschutz und Klimaanpassung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. In Hessen sei dies zu über einem Drittel der Verkehr, dicht gefolgt von Haushalten, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, so Keul. Rund 20 Prozent der Treibhausgase entstünden bei der Energiegewinnung, auf die Industrie entfielen acht Prozent. Die Frage, ob jeder etwas zum Klimaschutz beitragen kann, bejahte die Ministeriumsvertreterin deutlich.

Und sie hatte ein beeindruckendes Beispiel für die Auswirkungen im Alltag: So seien die CO2-Emissionen in Hessen sehr deutlich zurückgegangen als das Steinkohlekraftwerk Staudinger bei Hanau abgeschaltet war.

Die Besucher der Konferenz konnten an vier Mitmachständen auf dem weitläufigen und teils von Schafen bewohnten Gelände des Hafen 2 ihr eigenes Verhalten in Sachen Klimaschutz erforschen und für die Zukunft Offenbachs Ziele und Wünsche formulieren. Themen wie Elektromobilität, wie werde ich Klimapate in der Stadt Offenbach, Trinkwasser als CO2-freier Durstlöscher oder wie sieht mein persönlicher CO2-Fußabdruck aus, kamen gut an. 

Offenbach: CO2-Werte müssen wegen Wetter-Problem  drastisch gesenkt werden

Erkenntnis des Tages: Vom Optimalwert war der Durchschnitt aller Teilnehmenden weit entfernt. Im letzten Teil der Veranstaltung verwandelte sich der Hafen 2 zu einer Talkshow mit fünf Offenbacher Politikern, die sich dem Dialog mit dem Publikum zur Entwicklung des Klimaschutzes in Offenbach stellten. Heikle Fragen ergaben sich auch aus einem der Aktionsstände mit dem Titel „Wie stellst Du Dir Dein Offenbach von Morgen vor?“.

Unter den Gästen aus der Politik: Paul-Gerhard Weiß (FDP), Dominik Mangelmann (CDU), Martin Wilhelm (SPD), Dr. Sybille Schumann (Grüne) und Agnes Stoffels (Linke). „Fridays for Future“-Aktivisten waren genauso kritisch mitdiskutierende Teilnehmer wie Jugendliche des Jugendzentrums Nordend.

Politik in Offenbach: Radwegausbau und Energiewende gegen den Klimawandel

Die Politik sah sich herausgefordert: Es werde zwar schon manches getan, vom Radwegausbau bis zum Einleiten der Energiewende, das reiche aber nicht. Die Selbsterkenntnis aus der Diskussion mit dem Publikum: „Politik muss mutiger sein!“ Gefordert wurde auch ein Nachdenken, wie Veränderungen im Mobilitätsbereich, Umnutzung von Straßenflächen zugunsten von Radwegen oder mehr Nutzung von bisher mit Verkehr belegten Flächen für Freizeitaktivitäten erfolgen können. 

Vorschläge kamen viele, auch die Forderung nach einem Nachhaltigkeitszentrum für OF, die Entsiegelung von Flächen, Unverpackt-Läden bis hin zur autofreien Innenstadt. Der Blick ging aber auch über Offenbach hinaus; beispielsweise bei den Vorschlägen zur Versteuerung von Flugbenzin oder zur Abschaffung von Inlandsflügen. 

red


Das Unwetter hat kürzlich für enorme Schäden im Kreis Offenbach gesorgt. Der DWD prophezeit tolles Wetter fürs Wochenende. Ab Montag fallen die Temperaturen jedoch. 

Jetzt steht fest - Diese sieben Kommunen erhalten Geld wegen des verheerenden Unwetters vom Land.

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