Nach energetischer Gebäudesanierung: Richtiges Lüften hilft gegen Pilzbefall

Offene Fenster gegen Schimmel

Frank Michel

Schwalmstadt. Richtig lüften ist der Schlüssel zu einem freundlichen Raumklima, speziell nach einer energetischen Gebäudesanierung. Das betonte Frank Michel aus Treysa, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Ziegenhain, während der Jahreshauptversammlung.

Fassaden werden nachträglich gedämmt, neue Fenster und Türen eingebaut. Das Ergebnis: Die Hauseigentümer sparen Energie und Geld und schonen die Umwelt – und Schimmel und Pilze können sprießen. „Aber die Dämmung der Außenfassade ruft in den Innenräumen keinen Schimmel und Pilze hervor“, sagt er. Stattdessen ändere sich das Raumklima durch das Dämmen und den Einbau besserer Fenster. Die Luftzirkulation im Gebäude ändere sich: Die Luft zirkuliert oft zu wenig oder gar nicht. Dies sei der Nährboden für Schimmel und Pilze, erklärte Michel weiter: „Viele denken, durch das Kippen des Fensters ist das Problem gelöst, aber das ist ein weit verbreiteter Irrtum.“

Jede Person gebe täglich drei bis vier Liter Körperflüssigkeit in den Raum ab. Hinzu kämen Dämpfe beim Kochen, Duschen oder Baden. Schimmelbildung sei meist die Folge. Anzeichen seien muffiger Geruch, schlechtes Raumklima sowie schwarze Flecken an Wänden, in Zimmerecken und an Einrichtungsgegenständen.

Gefahr für die Gesundheit

Nach Erhebungen des Landesinnungsverbandes des Maler- und Lackierer-Handwerks hat in Deutschland habe jedes dritte Haus Probleme mit Schimmel, teilte Michel weiter mit. Der Pilzbefall ist nicht nur eine Gefahr für Gebäude und deren Werterhaltung, sondern mindere den Wohnkomfort und schade vor allem der Gesundheit der Bewohner. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge erhöhen Schimmelpilze in Wohnräumen das Risiko für Allergien, Asthma und chronische Erschöpfungszustände, so Michel weiter.

Der Tipp des Obermeisters: das Fenster ganz öffnen, um einen Luftaustausch zu erreichen. Durch das Kippen eines Fensters entstehe meist keine Luftzirkulation, und dadurch werde die Luft kaum ausgetauscht. Also gilt die Regel: Je luftdichter ein Gebäude ist, desto wichtiger ist regelmäßiges, bewusstes Lüften. Räume, in denen Wäsche getrocknet wird, müssen noch häufiger gelüftet werden. Im Sommer ist sogar das Dauerlüften und das Trocknen der Wäsche im Freien sinnvoll. (ciß) www.maler-innung-ziegenhain.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare