Zeichner Klaus Schlosser stellt bis zum 21. Juni in der Kunsthalle Willingshausen aus

Offene Linien ergeben Gestalt

Bei der Eröffnung: von links Antonia Mösko, Bürgermeister Heinrich Vesper, Laudatorin Burgi Scheiblechner und Klaus Schlosser. Foto: Rose

Willingshausen. Seine Werke sind bunt, schrill, schnell und spontan, dabei von einer skizzenhaften Leichtigkeit und vor allem großformatig: Der Künstler Klaus Schlosser stellt in der Kunsthalle Willingshausen aus. Am Samstagnachmittag wurde die Schau mit dem Titel „Priorität der Zeichnung“ eröffnet.

Künstlerkollegin Burgi Scheiblechner hielt die Einführung. Schlosser gestalte Fläche mittels der Linie, erklärte die Laudatorin. Dann folge ein Auftrag von Grafit, Kohle, Farbe. „Die Linie ist eine Abfolge von Punkten - so beschreibt es zumindest die Mathematik“, sagte Scheiblechner. Dabei brauche es kaum eine geschlossene Linie, damit der Mensch tatsächlich Form oder Gestalt erkenne. „Denn auch in der Wirklichkeit hat kein Gegenstand tatsächlich eine Linie um sich.“ Linien seien quasi die Grenzen zum Umraum.

Die Zeichnung als Kunstform habe ihren Höhepunkt zunächst in der Renaissance erlebt, wiederum später im 19. Jahrhundert. „Erfinder“ des Comics sei Wilhelm Busch gewesen, denn er habe gezeigt, dass eben auch offene Linien Gestalt abbilden können. „Unser Gehirn füllt die Lücke“, erläuterte Scheiblechner. Linien transportierten immer auch Ausdruck oder eine Empfindung, „freudig, nervös, stur oder zornig“. Der Zeichner übertrage zudem Gestik und Bewegung auf die Fläche. Inspirieren ließ er sich vom Maler Egon Schiele, dem wichtigen Vertreter des Expressionismus. Klaus Schlosser habe seine eigenständige Formgebung gefunden, „um seine Spuren auf Bildträger zu schmettern“. Durch Farbflecke entstehe mehr Sinnlichkeit, die Farbe konkurriere mit der Linie. Schnell und flott zaubere er hessische Landschaften, die er erst später farbig ergänzt. „Klaus Schlosser verlässt sich auf seine Beobachtung.“ Das Medium Zeichnung werde ihn so schnell nicht loslassen. Der Künstler selbst fasste seine Arbeit eher pragmatisch zusammen: „Ich leg die Skizzen auf den Fußboden, mache ein bisschen Farbe drüber und fertig ist das Bild.“ Bürgermeister Heinrich Vesper kommentierte spontan: Na, dann wissen wir ja jetzt, wie es geht.“

Im Anschluss genossen die Gäste bei Häppchen, gereicht von den Landfrauen, den Rundgang durch die Ausstellung, die diesmal von der Willingshausen Touristik Gesellschaft (WTB) organisiert wurde.

• Zu sehen in der Kunsthalle Willingshausen dienstags bis sonntags, 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags zusätzlich von 10 bis 12 Uhr. Führungen sind für den 31. Mai und den 14. Juni, jeweils 15 Uhr, geplant. (zsr)

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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