Führungen in Felsberg, Morschen und Guxhagen

Tag des offenen Denkmals mit Aktionen

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Denkmaltag: Oben Besucher der Felsburg. Unten spricht Ehrenvorsitzende des Heiligenbergvereins Fritz Strack über die Geschichte der Heiligenburg.

Kreisteil Melsungen. Am Tag des offenen Denkmals gab es am Wochenende Führungen in Felsberg, Morschen und Guxhagen. Aktionen gab es in der Gedenkstätte Breitenau, der Felsburg, dem Kloster Haydau und auf dem Heiligenberg.

„Der Heiligenberg hat ein nationalsozialistisches Kapitel“, sagte der Ehrenvorsitzende des Heiligenbergvereins, Fritz Strack, während der Führungen zum Tag der offenen Denkmals. Der Heiligenberg war von den Nationalsozialisten zum Gau-Ehrenmal erhoben worden. Deshalb habe er den Heiligenberg für den Tag des offenen Denkmals angemeldet, bei dem es diesmal um „unbequeme Denkmale“ gehe.

Zur Treppe zur Burg sage er heute, das sei keine Nazi-Treppe, sondern eine Theatertreppe. Der Heiligenbergverein habe die Treppe zum früheren Ehrenmal neu aufgebaut, nur die Form sei geblieben, betonte Strack. Schon nach dem Krieg habe die Heiligenberg-Spielschar hier „Jedermann“ aufgeführt. Die Steinplatte des früheren Ehrenmals mit dem Hakenkreuz sei 1945 von den Amerikanern zerschossen und dann beseitigt worden.

„Suche Frieden und jage ihm nach – Heiliger Benedikt.“ Das steht heute auf einer Sandsteinplatte an dieser Stelle. Mit dieser Friedensbotschaft habe man die nationalsozialistische Vergangenheit überwunden, sagte Strack.

Er erinnerte daran, dass 1935 Ausgrabungsarbeiten auf dem Heiligenberg begannen und von 1936 bis 1938 der jetzige Turm gebaut wurde. Im Mittelalter habe ein hoher Turm dem der Felsburg geglichen. Der damalige „Burgenpapst“ Dr. Textor – Chef des Staatsbauamtes Homberg – habe bewusst nur einen Aussichtsturm und keine Wiederherstellung des ehemaligen Zustandes gewollt. In elf Jahren haben Mitglieder des Heiligenbergvereins 11 800 Arbeitsstunden geleistet.

Führung auf der Burg

Die Felsburg sei einst eine militärische Anlage gewesen, die zur Wohnburg wurde. Das erläuterte der Kulturwart des Burgvereins Felsberg, Hans Poth, auf der Felsburg. Poth und Ehrenvorsitzender Manfred Schaake erläuterten die Geschichte der von den Grafen von Felsburg errichteten Burg, die seit 1885 vom Burgverein gepflegt wird, und die Sanierung. Die hat 18 Jahre gedauert, weil immer wieder Geld fehlte.

„Wir sind glücklich, dass das Land 2,5 Millionen für die Sanierung investiert hat“, hieß es: „Hier ist das Steuergeld bestens angelegt.“ Ohne diese Sanierung, an der sich der Verein finanziell und mit viel Eigenleistungen beteiligt habe, könnte die Burg heute wegen Einsturzgefahr nicht mehr besichtigt werden. Anerkennung gab es für die Arbeit des Burgvereins, der jährlich 1500 bis 1700 Arbeitsstunden leistet. (m.s./nh)

Bilder vom Tag des offenen Denkmals

Tag des offenen Denkmals im Kreisteil Melsungen

Quelle: HNA

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