Kabarettist Volker Diefes gastierte im Fritzlarer Scala-Varieté

40 – und ohne Bindung

Applaus: Ulf Löttert-Götz ließ Volker Debes am Schlussbeifall für dessen Mitwirkung teilhaben. Foto: Büchling

Fritzlar. Abnehmen und Generationenkonflikt, Konsumwahn und sinnfreie Fernsehsendungen – für Volker Diefes ist der Alltag ernüchternd. Eigentlich hat der 40-jährige Kabarettisten aus Krefeld aber andere Probleme. Ü-30-Partys sind für ihn jetzt leider passé.

Im Fritzlarer Scala-Varieté überzeugte er das Publikum im Handumdrehen mit seinen pointierten Lebensweisheiten. Und in Ulf Löttert-Götz fand er auch schnell einen – nicht ganz freiwilligen – Helfer: Der Gilserberger hatte die Eintrittskarten von Ehefrau Bettina zum Hochzeitstag geschenkt bekommen, und prompt fand er sich auf der Bühne wieder. Er musste dem Künstler zurufen: Volker ich will ein Kind von dir.

Am Vorabend war Diefes in in München aufgetreten – gleiches Programm, doppelt so lang. Dort musste er langsamer sprechen. Verständigungsprobleme eben. Die gab es in Fritzlar nicht. Seine kabarettistischen Botschaften kamen klar an: „Mein Vater hatte großen Einfluss auf mein heutiges Verhalten. Von ihm bekam ich die Weisheit mit auf den Weg: Bindung ist nur etwas für Soßen.“ Die heutige Zeit sei geprägt von Pin- und Codeworten, stellte der Krefelder fest. Oder anders ausgedrückt: „Früher war die Erde eine Scheibe, dann eine Kugel und heute Google.“ Heute trinkt man „Coffee to go“, früher kam das Heißgetränk aus der Thermokanne.

Auch zu den Schönheitsidealen hat der 40-Jährige einen besonderen Zugang: Eine 19-Jährige habe geschrieben, sie benutze eine Faltencreme, die 20 Jahre jünger mache. Nun wollte sie wissen, in welchem Alter sie sich befinde.

Skurrile Blüten treibe auch der Handy-Wahn. „Um unsere drei Verwandten anzurufen, besitzen wir inzwischen 18 verschiedene Telefonnummern“, verkündete er. (zpb)

Quelle: HNA

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