Großartige Aufführung: Messe und Requiem mit dem Kammerchor Hofgeismar

Ohne düsteren Unterton

Opulent: Begleitet von Orgel, Streichern, Harfe, Hörnern, Flöte und Schlagwerk zelebrierten 31 Sänger und Sangerinnen des Kammerchors Hofgeismar unter Leitung von Henrike Wischerhoff (Zierenberg) die „Missa da Camera“ von Gunther Martin Göttsche und ein Requiem von Gabriel Fauré in Hofgeismar und in der Stadtkirche Zierenberg, wo unser Foto entstand. Foto: privat/nh

Zierenberg/hofgeismar. Der exquisite Kammerchor Hofgeismar sorgt als „Projektchor“ mit seltenen, aber hochkarätigen Auftritten für gut gefüllte Kirchen. Jetzt war er mit der „Missa da Camera“ von Gunther Martin Göttsche und dem Requiem von Gabriel Fauré in Hofgeismar und in Zierenberg zu hören.

Einige Texte kamen in beiden lateinischen Kompositionen vor, standen aber in jeweils ganz anderem Zusammenhang. Dies hörbar und erlebbar zu machen, war neben den zum Teil ausgesprochen schwierigen Passagen eine große Herausforderung für den Chor. An einen entscheidenden Impuls erinnerte Henrike Wischerhoff (Kantorin in Zierenberg, Gesamtleitung) vor der Aufführung. Diese Musik habe eine Botschaft, die weiter gegeben werden müsse, mit guter Technik allein sei es nicht getan.

Lob Gottes im Zentrum

Und das wurde beherzigt, so dass die Musik emotional und spirituell tief berührte. Aber auch technisch überzeugte der Chor durch ausgewogene stimmliche Besetzung und sorgfältig ausgearbeitete Dynamik. Erlesene Instrumentalsolisten begleiteten den Gesang, darunter auch Komponist Göttsche an der Orgel. Seine 2008 geschriebene Messe stellt das Lob Gottes in den Mittelpunkt – musikalisch umgesetzt in einem lebendigen Wechsel von romantisch anmutenden Melodielinien über fast poppige Elemente, moderne Harmonien bis hin zu feierlichen Klängen.

Heidrun Göttsche übernahm mit glasklarem Sopran die Soloparts. In einer Orgelimprovisation schlug Gunther Martin Göttsche eine Brücke zwischen seiner modernen Messe und Faurés Requiem, geschrieben in der Zeit der Nachromantik. Bewusst wählte Wischerhoff die 1893 entstandene Urversion mit gradliniger Gestaltung statt einer späteren „ausgemalten“ Fassung. Eher untypisch für seine Zeit setzt Fauré auf leise, aber eindringliche Gebete. Getragen wird das Requiem von der Hoffnung auf ein Paradies, in dem Engel die Menschen zur ewigen Ruhe geleiten. Der Chor öffnete mit Zurückhaltung und Präsenz weiten Raum für ein Totengedenken ohne düsteren Unterton. Der Sopran-Arie „Pie Jesu“ verlieh Dagmar Jahn mit warmer Stimme ergreifende Intensität. (znu)

Quelle: HNA

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