Ohne Kuh gäb’s keinen Pudding: Emszwerge  lernen auf dem Bauernhof

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So trinkt das Kälbchen: Petra Hocke demonstrierte den Kindern, wie man ein Kuhbaby füttert.

Niedervorschütz. Braune Kühe geben keinen Kakao, und die Milch kommt nicht aus der Tüte. Das und mehr lernten die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten Emszwerge in Böddiger, als sie am Montag und Dienstag den Hof von Petra und Helmut Hocke aus Niedervorschütz besuchten.

Hockes kennen sich mit Rindern aus, denn sie verdienen ihren Lebensunterhalt unter anderem mit Milchkühen. „Die meisten Kinder wissen gar nicht, woher die Milch kommt - geschweige denn, welche Produkte aus der Milch hergestellt werden“, sagte Helmut Hocke.

Viele waren noch nie im Stall

Genau deshalb gebe es die Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“, die regionale Bauern zusammen mit dem Landwirtschafts- und dem Kultusministerium sowie dem Hessischen Bauernverband organisieren. „Viele Kinder waren noch nie in einem Kuhstall“, sagte Kindergartenleiterin Adriana Falkenhain. „Der Computer und die anderen Medien halten unsere Kinder heutzutage vom echten Leben fern“, findet die Pädagogin. Daher sei es eine ganz besonders wertvolle Angelegenheit, die Schützlinge mal richtige Stallluft schnuppern zu lassen.

„Ich habe Kühe schon oft gesehen und sogar schon auf einem echten Pferd gesessen“, erzählte Mia Sophia Fischer. Die Vierjährige interessiert sich für die Natur und für Tiere, genau wie die drei Jahre alte Lisa Marie Kordel: „Ich habe mich darauf gefreut, heute die Kühe zu sehen.“

Dabei durften die Jungs und Mädchen die Rinder nicht nur anschauen. „Unser jüngstes Kalb ist gerade eine Woche alt, und das dürfen die Kinder streicheln“, sagte Helmut Hocke, während Ehefrau Petra der Rasselbande demonstrierte, wie das Jungkalb mit der Flasche gefüttert wird.

Nebenher erklärte Helmut Hocke kindgerecht, was aus der Milch hergestellt werden kann. „Käse, Sahne, Joghurt, Pudding - das alles und noch viel mehr gäbe es nicht, wenn wir keine Milch hätten.“

Sprach’s und verpasste einer Kuh die mobile Melkmaschine. „Etwa 50 Liter gibt eine unserer Kühe pro Tag“, erklärte Petra Hocke, „und die Milch, die frisch aus dem Euter kommt, schmeckt viel besser als die gekaufte aus dem Supermarkt.“

Hintergrund: Bauernhof als Klassenzimmer

Die Aktion „Bauernhof als Klassenzimmer“ ist eine Kooperation des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, des Hessischen Kultusministeriums, des Hessischen Bauernverbandes sowie ausgewählter hessischer Landwirtschaftsbetriebe. Im Rahmen der Initiative besuchen Kindergärten, Tagesstätten, Schulen und Vereine verschiedene Betriebe und lassen sich von Profis erzählen, wie Landwirtschaft funktioniert. (zbg)

Informationen im Internet auf www.bauernhof-als-klassenzimmer.hessen.de

Quelle: HNA

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