Helmut Günter seit 40 Jahren dabei

Ohne unnötigen Leerlauf als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher

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Ganz besonderes Schmuckstück: Eine hohe Passion des Rentners sind seine Oldtimer, mit denen er und seine Frau Barbara auch Rallys fahren. Einer seiner Schmuckstücke ist der rote NSU TT, Baujahr 1970.

Bad Emstal. Egal ob Oldtimer-Rallyes, in der Freiwilligen Feuerwehr, Modelle bauen oder als Kommunal-Politiker bei der Freien Wählergemeinschaft – der 68-jährige Helmut Günter aus Sand ist sehr aktiv.

Am Montag wurde der Rentner für seine 40-jährige Tätigkeit als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher im Rathaus geehrt. Die Vizepräsidentin des Kasseler Amtsgerichts, Elisabeth Kraß-Köhler, überreichte ihm eine Urkunde.

Arbeitsfreie Zeit ist dem gelernten Zimmermann und Architekt ein Fremdwort. „Ich habe noch nie in meinem Leben Urlaub gemacht“, sagt Helmut Günter. „Ich kenne keinen unnötigen Leerlauf.“ Er sei schon immer in seinem Leben aktiv gewesen.

Und so gesellen sich zu seinen unzähligen Tätigkeiten und Hobbys auch ein Buch über die Arbeit und die Leute in Merxhausen, die nebenberufliche Tätigkeit als Berufschullehrer und im Meister-Prüfungs-Ausschuss der Stuckateure oder im Geschichtsverein.

Es sei leicht, durchs Leben zu gehen wenn man keinen schweren Rucksack trage. „Den Rucksack, den ich trage, dass ist für mich eine Auflast, die das Leben erst lebenswert macht.“

Flotter Flitzer: Mit seinem weißen NSU 1000 C, Baujahr 1969, fahren der Rentner und seine Frau Barbara Oldtimer-Rallys.

Dabei steht der Rentner nur sehr ungerne im Rampenlicht. „Tue Gutes und rede nicht darüber“, so das Motto von Helmut Günter. In die Arbeit als stellvertretender Ortsgerichtvorsteher kann der Architekt sein Fachwissen als Bauleiter einfließen lassen. Denn bei Erbauseinandersetzungen, Konkursen und Scheidungen werden Wertgutachten von Gebäuden erstellt.

Verschwiegenheit

„Da stecken viele Schicksale dahinter“, sagt der Rentner. Daher sei ein hohes Maß an Verschwiegenheit und Intimität für diese Arbeit vonnöten. „Ich mache das aus Überzeugung und Tradition“, sagt Helmut Günter. Denn bereits sein Vater war in Bad Emstal Schöffe.

„Ich stelle mich nicht in den Vordergrund“, sagt Helmut Günter. „Es sei denn man schubst mich hinein.“ Und so gab es viele Momente in seinem Leben, wo der Architekt doch plötzlich ganz vorne stand. Sei es als Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Emstal oder Bauleiter bei der Kasseler Stadtverwaltung.

Privat taucht Helmut Günter in seiner Oldtimergarage in eine andere Welt ab. „Wenn man so viel zu tun hat, braucht man einen Ausgleich.“ Oldtimer sind eine große Passion des 68-Jährigen. Der Rentner tüftelt nicht nur an seinen Schmuckstücken, sondern fährt auch Rennen mit ihnen.

Noch bis 2017 ist Helmut Günter als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher in Bad Emstal unterwegs. Gerne auch noch darüber hinaus. Helmut Günter ist seit 46 Jahren mit seiner Frau Barbara verheiratet, hat einen 42-jährigen Sohn und zwei Enkelkinder.

Quelle: HNA

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