Treff für Oldtimer-Freunde: 170 Aussteller zeigten in Wasenberg ihre alten Fahrzeuge

Zurück in Vergangenheit

Eigener Schlepper: Der elfjährige Marek Haber ist seit Weihnachten stolzer Besitzer eines John-Deere GTX30. Er rangiert schon sehr routiniert mit dem Fahrzeug. Fotos: Decker

Wasenberg. 1200 Besucher tauchten bei einem Bummel über den Festplatz in Wasenberg, tief in die Geschichte der motorisierten Fahrzeuge ein. Eingeladen hatte die Oldtimer IG Hessen zum Oldtimertreff und 170 Aussteller zeigten ihre Fahrzeuge.

Der siebenjährige Alwin Weidlich beobachtete vom Fahrersitz eines Deutz-Bulldogs, wie Hartmut Heußner an der Anwurfscheibe seines Gefährtes werkelt. Nach einigen wenigen Minuten stiegen dunkle Rauchwolken in den Himmel. Interessiert verfolgten die Besucher das Anwerfen des Schleppers. „Den Bulldog habe ich im Dezember gekauft und seitdem ungefähr 500 Stunden daran gearbeitet“, so Heußner.

Im Dornröschenschlaf

Alexander Meß hatte bisher noch nicht an seinem alten Eicher geschraubt, aber auch er investierte bereits viel Zeit in ihn. „Ich habe länger als fünf Jahre versucht, genau diesen Eicher zu kaufen“, erzählte er. Er war komplett von Efeu überwuchert. „Ich habe ihn aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und werde ihn technisch restaurieren, aber von der Optik soll er so bleiben. Man sieht dem Eicher an, was er geschafft hat“, meinte Alexander Meß.

Der Förderverein der Feuerwehr Marburg reiste mit einem Mercedes-Benz L5000 an. Ursprünglich sollte der 1943 gebaute grüne Einsatzwagen in die Wüste Afrikas geschickt werden, deswegen ist er auch mit einem Tropenkühler ausgestattet. Da sich die Kriegslage in Afrika jedoch verändert hatte, blieb er in Hessen. Die Feuerwehr Marburg nutzte ihn bis 1969, zwischendurch sogar für die Wasserrettung. „Da lag dann ein Schlauchboot auf dem Dach“, erläuterte Hartmut Schenk.

Das Zündapp-Modell von 1942 war kriegsbedingt eine echte Rarität. „Diese Maschinen wurden nur von 1940 bis 1943 gebaut und dann zugunsten der VW-Kübelwagen-Produktion eingestellt“, wusste Wolfgang Opfer, der als Zuschauer auf der Ausstellung ist, zu berichten. „Aus dem Material von zwei Motorrädern ließen sich drei Kübelwagen bauen und 12 statt sechs Soldaten transportieren. Es war also eine Frage der Effizienz“, so Opfer.

Eine friedliche Atmosphäre strahlte hingegen der VW-Campingbus von Wolfgang Luckgei aus. „Fünf Jahre habe ich an ihm geschraubt, 10 000 Euro investiert, fast hatte ich die Lust verloren“, erzählte er. „Optisch müsste ich zwar noch einiges machen, aber jetzt fahren meine Frau und ich erst einmal damit.“ Ein paar echte Pferdestärken gab es auch noch auf dem Platz zu sehen. Michael Christ kam für eine Vesperpause mit seinem Pferd zum Festplatz.

60 Vereinsmitglieder hatten für Verköstigung gesorgt, Landfrauen boten ein Kuchenbüffet an. Drei Pokale wurden am Ende des Nachmittags verliehen: Karl Heinz Bechtel für das älteste Fahrzeug (Baujahr 1923), Birgit und Udo Dietrich aus Nidda für die weiteste Anreise (96,6 Kilometer) und der Landwirtschaftliche Kultur und Technik Club Wohratal für die meisten ausgestellten Fahrzeuge (14).

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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