Online-Daten helfen bei der Unfallrettung

Schwalm-Eder. Die Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis können Verletzten bei Unfällen künftig deutlich schneller und effektiver helfen. Die Leitstelle soll ab Herbst an ein Abfrage-System angeschlossen werden, bei dem über das Kraftfahrzeugbundesamt technische Daten für das Unfallfahrzeug gezielt abgerufen werden können.

Über ein Datenblatt, das per Laptop, Tablet-PC oder Smartphone aufgerufen werden kann, sehen die Helfer, an welchen Stellen sie mit Rettungsschere und Spreizer am Unfallfahrzeug ansetzen müssen. Die Technik moderner Fahrzeuge werde immer komplizierter, sagt Uwe Wunsch, Arbeitsgruppenleiter der Leitstelle. Airbags, die beim Unfall nicht ausgelöst hätten, könnten Insassen und Rettungskräfte gefährden. Wo Karosserieverstärkungen sitzen, sei von außen schwer einzuschätzen. Rettungskarten, auf denen diese neuralgischen Punkte gekennzeichnet sind, gibt es schon länger, allerdings mussten die Feuerwehren diese Informationen in Papierform ablegen, der Umgang damit war eher mühsam.

Mit dem neuen Online-System könnten die Daten stets aktuell gehalten werden, und die spezifischen Merkmale von Fahrzeugen, wie auch die Art des Antriebs seien am Unfallort schnell verfügbar, erklärt Wunsch. Das werde die Rettungssituation deutlich verbessern. Das System unter dem Namen „SilverDAT“ wird von der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) angeboten, einem Verband, dem die Autohersteller und das Kraftfahrzeuggewerbe angehören.

Die Lizenzen seien günstig, so Wunsch. Für eine Leitstelle koste sie 72 Euro pro Jahr. Um die Möglichkeiten optimal nutzen zu können, sei ein tragbarer Rechner erforderlich, eine Internet-Verbindung jedoch nicht. Der Identitäts-Schlüssel für das betreffende Fahrzeug werde in diesem Fall von der Leitstelle ermittelt und den Einsatzkräften vor Ort zugerufen.

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Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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