74-jähriger Unfallverursacher zu Geldstrafe verurteilt

Opfer sitzt im Rollstuhl

Treysa. Wegen fahrlässiger Körperverletzung musste sich ein 74-Jähriger aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor dem Strafgericht des Amtsgerichtes Schwalmstadt verantworten. Im Juni 2011 hatte der Angeklagte mit seinem Mercedes auf der Landesstraße zwischen Salzberg und Oberaula einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Dabei war ein 43-jähriger Motorradfahrer lebensbedrohlich verletzt worden (wir berichteten).

In Richtung Oberaula fahrend, war der Angeklagte in einer Linkskurve auf die Gegenfahrbahn gekommen und hatte das entgegenkommende Motorrad übersehen. Beim Zusammenstoß war das Motorrad unter den Mercedes geraten. Der Fahrer wurde von der Maschine geschleudert. Sechs junge Frauen, die mit Aufräumarbeiten eines Waldfestes beschäftigt gewesen seien, hatten den Knall gehört und den blutüberströmten Motorradfahrer gefunden.

Mit einem Rettungshubschrauber wurde der Motorradfahrer in eine Kasseler Klinik geflogen. Unter anderem trug er eine Schädelbasis- und eine Beckenfraktur davon. Seitdem ist er querschnittgelähmt. Der Unfallverursacher wurde schwer verletzt ins Klinikum Bad Hersfeld gebracht.

50 Jahre unfallfrei

Wie es zu dem Unfall gekommen war, konnte sich der 74-Jährige nicht erklären. Er kenne die Straße, da sie unweit seines Heimatortes liege. „Ich bin die Strecke jeden Tag gefahren“, sagte der Angeklagte, der nicht vorbelastet und mehr als 50 Jahre unfallfrei gefahren war. Der Zustand des sich immer noch in Behandlung befindenden Motorradfahrers erschütterte ihn sichtlich.

Um die Unfallursache zu klären, war ein Gutachter hinzugezogen worden. Dieser hatte die Geschwindigkeit des Mercedesfahrers mit 60 bis 70, die des Motorradfahrers mit 80 Kilometer pro Stunde ermittelt. Bremsspuren waren am Unfallort nicht zu erkennen gewesen.

Es sei nur Glück, dass der Motorradfahrer seinen schweren Verletzungen nicht erlegen sei, sagte der Richter. Offensichtlich hatte der 74-Jährige die Kurve geschnitten. Rücksichtslosigkeit konnte dem Unfallverursacher dabei nicht nachgewiesen werden.

Das Gericht verurteilte den 74-jährigen Angeklagten zu einer Geldstrafe von 3150 Euro und entzog ihm für zwei Monate Führerschein und Fahrerlaubnis. Zudem muss er die Kosten des Verfahrens tragen.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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