Krankenkassen schicken Ausweise - Entscheidung bleibt frei

Organspender per Unterschrift

Wolfhagen. In Deutschland gibt es deutlich zu wenige Organspender. Jeden Tag sterben drei von den insgesamt 12 000 Patienten, die auf der Warteliste für eine Spende stehen. Die Zahl der Menschen, die ihre Organe nach ihrem Ableben für eine Transplantation frei geben, soll nun durch einen Beschluss des Bundestages erhöht werden.

Geplant ist, dass die Krankenkassen allen Mitgliedern, die 16 Jahre und älter sind, bis spätestens September 2013 einen Organspendeausweis zusenden. Im beiliegenden Anschreiben werden die Mitglieder aufgefordert, den Ausweis zu unterschreiben und sich damit zum Organspenden bereit zu erklären. Allerdings besteht nach wie vor keine Verpflichtung.

„Wir begrüßen die Entscheidung des Bundestages sehr“, sagt Claus Übel, Pressesprecher der DAK-Gesundheit Hessen. Es sei ein guter Schritt, da in Deutschland immer noch sehr wenige Menschen zur Organspende bereit seien. „Der Beschluss bewikt, dass man sich nun schon im Vorfeld mit dieser Thematik auseinandersetzt und nicht erst im Ernstfall, wie es oft der Fall ist“, so Übel.

Die DAK-Gesundheit werde nach aktueller Planung noch im laufenden Jahr damit beginnen, ihre Mitglieder anzuschreiben. Bei der AOK Hessen steht noch nicht fest, wann die Organspendeausweise rausgeschickt werden sollen. „Ganz klar ist, dass wir unsere Mitglieder bis September 2013 diesbezüglich informieren“, sagt Stephan Gill, Pressesprecher der AOK Hessen, der den Beschluss des Bundestages als „richtig und gut“ empfindet.

Wer nun nicht auf das Anschreiben warten möchte, erhält in Wolfhagen bei der AOK und der Barmer GEK den Organspendeausweis.

Den Mitgliedern die Entscheidung zu überlassen, ist die sanftere Art der Reform. Es gab auch Vorschläge, dass generell alle als Spender gelten, sofern Angehörige nicht widersprechen. ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Esther Husung

Quelle: HNA

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