Nach der Sanierung des Hauses Brückenstraße 7 erhielt die Stadt eine Mini-Ausführung

Originalgetreues Modell von Melsunger Fachwerkhaus

Modell für das Haus Brückenstraße 7

Melsungen. Das Melsunger Fachwerkhaus Brückenstraße 7 gibt es zweimal: Einmal im Original und gerade nach zweijähriger Sanierung fertiggestellt – und als Modell. Das lässt sich auseinander nehmen und wieder zusammensetzen. Gestern wurde es an die Stadt Melsungen und damit auch an die Stadtführer übergeben.

Nun lässt sich das Modell wegen seiner Größe nicht bei Führungen herumtragen, es soll daher einen Platz erhalten, wo sich Jugendliche und Erwachsene am originalgetreuen Nachbau versuchen können. Wo es aufgestellt werden soll, steht noch nicht fest, sagten Stadtmanagerin Daniela Sperling und Johannes Haese, einer der Melsunger Stadtführer.

Das Haus wurde um 1423 in Ständerbauweise errichtet, die Fassade wurde in Stockwerkbauweise um 1600 davorgesetzt. Möglicherweise hängt dies mit einem großen Brand in der Stadt zusammen. Die Stockwerkbauweise ist zu erkennen an den leicht vorspringenden Geschossen. Dafür konnten kürzere Balken verwendet werden, zumal es die langen Eichenbalken für die Ständerbauweise wohl nicht mehr gab, erklärte Architekt Michael Kreter.

Das frühere Haus Worst, das der Familie 200 Jahre lang gehörte und die dort eine Weinhandlung betrieb sowie Spirituosen und Liköre aus eigener Produktion verkaufte, ist heute im Eigentum von Ludwig Georg Braun. Sorgfalt in der Planung und der Ausführung und bei der Auswahl der Materialien waren wichtig, erklärte Ilona Braun.

Das Haus in der Brückenstraße mit seinem grau-blau gestrichenem Holz erhält seinen besonderen Charakter durch die naturfarbenen kleinteiligen Eichenfenster, die historischen Fensterresten nachempfunden wurden. Sie sind einfach verglast und von innen mit einem zusätzlichen Fenster ausgestattet.

Fünf Meter breit ist das Haus an der Straßenseite, hinten etwas schmaler und 15 Meter lang bis zur Flämmergasse. Weil das Haus in seinem Ursprung ein Hallenhaus war, erstreckt sich auch jetzt das Erdgeschoss bis zur Decke des ersten Stockwerks und wird vom „Nähkästchen“ genutzt. Darüber befinden sich Lagerrräume.

Quelle: HNA

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