Angst vor großräumiger Zerstörung des Waldgebietes und Lärmbelästigung

Ortsbeiräte gegen Windräder

Gegen Eingriffe in die Natur: Vogelschutzbeauftragter Richard Wagner zeigt, wo die Windräder stehen könnten. Foto: Hebeler

Wenzigerode. Die Ortsbeiräte Wenzigerode und Betzigerode sprechen sich einstimmig gegen die Errichtung von Windrädern an der Ortsgrenze zu Rothhelmshausen aus, genauer auf der Linie Kreuzeiche Richtung Hohe Eiche.

Weder die von Bürgermeister Michael Köhler in Aussicht gestellte Pachteinnahme für die Gemeinde, noch eine finanzielle Beteiligung an solchen Windkrafträdern konnte die sechs Mitglieder überzeugen.

Lebhafte Diskussion

„Weil diese Maßnahme aus unserer Sicht nicht im Einklang mit der Natur ist und auch beim Bau zu viel kaputt gemacht würde“, begründete Ortsvorsteher Mike Lauer die Entscheidung seines Ortsbeirates, zu dem Peter Geitz und Jürgen Clobes gehören. Lauer sprach auch für den Ortsbeirat Betzigerode, vertreten durch Ortsvorsteherin Jutta Becker, Andreas Jauer und Bernd Meier. Zur Beiratssitzung waren auch Gäste gekommen, die lebhaft mitdiskutierten.

Köhler hatte ausführlich über den Regionalplan und die Vorschriften für Windkraftanlagen informiert. Er erläuterte die Vor- und Nachteile und Alternativstandorte, wie die Altenburg und den Hohen Keller, die jedoch aus Naturschutzgründen nicht in Frage kämen. In der Diskussion räumte er ein, dass das Windaufkommen an diesem Standort gerade den erforderlichen Grenzwert von 5,75 m/ Sekunde erreiche.

Anette Schürbrock, die in Wenzigerode ein Hotel betreibt und auf 8000 Übernachtungen im Jahr verweist, gab zu bedenken, dass es zu Lärmbelästigung kommen könne. Sie bemängelte die Präsentation, weder der genaue Standort, noch die definitive Höhe werde genannt. So könne keiner sagen, wie viel von den Windrädern im Dorf sichtbar sei.

Richard Wagner, Vogelschutzbeauftragter der Gemeinde sah keine Probleme für einzelne Vögel, sprach sich jedoch gegen die großräumige Zerstörung des Waldgebietes bei ungesicherter Rentabilität aus. Dem widersprach Wirtschaftsingenieur Lars Bax aus Kerstenhausen. Bei drei Megawatt-Anlagen wäre die Rendite 10 bis 15 Prozent. Er versicherte auch, dass die Lärmemission bei den neueren Anlagen sehr viel geringer sei. 

• Am 14. August stimmt der Gemeindevorstand ab.

Quelle: HNA

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