Ortsdurchfahrt Schwarzenberg ist wieder Sanierungsfall

Straße bricht weg: Timo Riedemann, Ortsvorsteher von Schwarzenberg, hockt auf der Ortsdurchfahrt, der Kreisstraße 142. Die Ausbesserungen sind deutlich zu sehen. Der lange schwarze Streifen links im Bild zieht sich durch den gesamten Ort. Dort bricht die Straße immer wieder auf. Foto: Dewert

Schwarzenberg. Gerade einmal 15 Jahre hat der Straßenbelag im Melsunger Stadtteil Schwarzenberg gehalten.

Fast auf der gesamten Länge der Ortsdurchfahrt sei die untere Deckschicht gebrochen und somit gebe es Hunderte Meter lange Risse in der Straße, sagt Timo Riedemann, Ortsvorsteher von Schwarzenberg. „Unsere große Befürchtung ist, dass in den kommenden Jahren die Straße so zerstört wird, dass sie komplett saniert werden muss“, sagt Riedemann. Das wäre eine enorme Belastung für die Anwohner, die das bereits 1999 erlebten und teilweise bis zu 35 000 Euro bezahlt haben.

Würde die Straße auf der gesamten Länge nur abgefräst und eine neue, vier Zentimeter dicke Asphaltschicht aufgebaut, gelte dies nicht als Neubau und es bestehe keine Gefahr, dass Anwohner an den Kosten beteiligt würden.

Verkehr nimmt weiter zu 

Baulastträger der Kreisstraße 142 ist der Schwalm-Eder-Kreis. Eine Sanierung sei - egal wie - nicht günstig, sagt Riedemann. Seines Wissens könne man das damals ausführende Unternehmen aber nicht mehr in Regress nehmen. Er hofft, dass schnell etwas passiere, denn ab 2017 wird der Verkehr in Schwarzenberg nochmals zunehmen.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren sei er von etwa 8000 Fahrzeugen wöchentlich auf über 10 000 gestiegen. Ab 2017 wird die Bundesstraße 83 gesperrt und erneuert. Das werde dazu führen, dass die Straße schnell in einem noch katastrophaleren Zustand sei, als bereits jetzt. „Wir müssen alles unternehmen, den Anliegern erneut derart horrende Anliegerbeiträge zu ersparen“, gibt er kritisch zu bedenken. Das wäre eine unzumutbare Belastung. Der momentane Straßenzustand sei allerdings auch nicht viel besser.

Egal, was der Landkreis baut, Anliegerbeiträge würden nicht fällig, heißt es von der entsprechenden Fachabteilung beim Landkreis. Die Kanäle und Wasserleitungen seien gelegt, die Gehwege gebaut. Baulastträger ist der Landkreis, sollte dieser die Straße erneuern oder gar neu bauen, könne er keine Gebühren erheben. Die Straße sei allerdings ohnehin derzeit in keinem Bauprogramm. Man habe erst seit kurzem Kenntnis vom schlechten Zustand der Straße. In welchem Jahr und mit welchem Fördergeld die Straße erneuert werden könne, stehe daher noch nicht fest, heißt es weiter.

Hessen Mobil bestätigt, dass Regressforderungen nicht möglich seien. In der Regel verjähre ein Anspruch bereits nach höchstens fünf Jahren und die Straße sei damals ordnungsgemäß abgenommen worden. Anders könnte dies bei grobfahrlässigem Verhalten aussehen. Aber dies sei eine hypothetische Überlegung, das damals ausführende Unternehmen sei bereits vor einigen Jahren in die Insolvenz gegangen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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