Tafeln sind zum Ärger der Bewohner näher an Orte herangerückt – In Dörnberg lohnte sich der Protest

Ortsschilder in Dörnberg wieder zurückversetzt

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Unübersichtliche Verkehrslage: Der Hof des Dörnberger Landwirts liegt hinter einer Kurve und vor einer Kuppe. Noch vor einigen Wochen war das Ortsschild um 200 Meter in Richtung Ortschaft versetzt gewesen. Statt mit 50 Stundenkilometern preschten Pkw- und Lkw-Fahrer mit 100 km/h heran. Unser Foto zeigt die jetzige Verkehrssituation, nun gilt wieder Tempo 50.

Dörnberg/Zierenberg. Als im Verlauf des vergangenen Jahres in einigen Dörfern und Städten des Wolfhager Landes die Ortsschilder versetzt wurden, machte sich Ärger breit.

Auf Initiative der Polizei wurden einige Ortstafeln näher an die Orte herangerückt und zwar dorthin, wo die Bebauung beginnt. Das hat zur Folge, dass Auto- und Lkw-Fahrer nun mit höheren Geschwindigkeiten auf die Ortschaften zubrausen.

In Dörnberg hagelte es Ende vergangenen Jahres bei Bürgermeister Thomas Raue Proteste. Dort hatte die Verkehrsbehörde das Schild an der Zierenberger Straße um 200 Meter in Richtung Dorf verschoben – „in einer Nacht-und-Nebel-Aktion“, wie der Verwaltungschef sagt. Und plötzlich lag der Hof eines Landwirts nicht mehr in Dörnberg, sondern einige Meter vor dem Schild. Wollte der Bauer mit seinem Trecker das Grundstück verlassen, um auf seine Felder zu gelangen, rechnete er stets mit Fahrzeugen, die von jetzt auf gleich hinter der Kurve auftauchten und mit hundert Sachen auf ihn zuhielten.

Verwaltungsgerichtsurteil

In Dörnberg hat sich die Situation seit ein paar Monaten wieder entspannt. Die Ortstafel wurde wieder an ihren alten Standort versetzt. Denn Wolfgang Fischer, Leiter des Ordnungsbehördenbezirkes Habichtswald, entdeckte im Internet ein Urteil des Verwaltungsgerichts Braunschweig aus dem Jahr 2011. Es bestärkt die Gemeinde Habichtswald und deren Gemeindevertreter in ihren Argumenten und kommt zum Schluss, dass die dem Ortsschildstreit zugrundeliegende Verwaltungsvorschrift nicht so restriktiv ausgelegt werden darf wie aktuell. Demnach dürfe der Beginn einer ortstypischen Bebauung nicht das einzige Kriterium sein, das ein Versetzen von Ortstafeln rechtfertige. Einzelfälle seien zu prüfen, heißt es in dem Urteil.

Einzelfälle wie eben in Dörnberg. Und möglicherweise in Zierenberg. Auch dort wanderte das Ortsschild an der Straße, die aus Oberelsungen kommt, näher an die Stadt und damit an die Firma Braun Aufzüge heran. Wolfgang Fischer hat eine Beschwerde des Betriebes an den Landkreis Kassel weitergeleitet. Die Angelegenheit wird nun geprüft.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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