Junger Nachfolger für Kehrenbach

Ortsvorsteher: Nach  26 Jahren ist Schluss

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Kehrenbach – In Kehrenbach ist eine Ära zu Ende gegangen. 26 Jahre lang war einer Ortsvorsteher, der sein Dorf vorangebracht hat wie kaum ein anderer: Günther Schmoll. Jetzt ist dieser 65 Jahre alt und hat einen jüngeren Nachfolger gefunden, der mit frischen Ideen weiter macht.

„Ich nehme meinen Ruhestand gerne an und will noch ein paar Jahre genießen.“ Das hat er sich verdient. Wir blicken auf Zeiten, Projekte und Veränderungen, die Günther Schmoll in den vergangenen 26 Jahren an der Spitze des Dorfes mitgestaltet hat.

Günther Schmoll

DGH

Sieben Jahre dauerten die Planungen für ein neues DGH, das an und um das Vereinsheim des Sportlerheims gebaut wurde. Dabei war Schmoll als Ortsvorsteher Planer, Organisator und Motivator unermüdlich: „Woche für Woche musste ich Leute und Frühstück organisieren“, sagt Schmoll, denn samstags wurde auf der Baustelle gearbeitet. Herausgekommen sind rund 5000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit der Kehrenbacher. Ihr Einsatz hat sich gelohnt: Auch wenn das DGH am hintersten Ende des Dorfes steht, so ist es damit ins Zentrum des 272 Einwohner-Stadtteils gerückt. Aktuell gibt es dort noch einen weiteren Anbau für die Feuerwehr.

Ausbau der Ortslage

Zwischen 1998 und 2002 wurde die komplette Ortsdurchfahrt grundsaniert. Das kostete die Kehrenbacher, allen voran Ortsvorsteher Günther Schmoll, Nerven und so manchen kaputten Autoreifen. Vier Jahre lang war die zweieinhalb Kilometer lange Kehrenbachstraße aufgerissen. Im Zuge des Mammutprojekts verschwanden alle Hausklärgruben, die bis dato Standard in Kehrenbach waren. „Unsere Überläufe gingen in den Bach, weshalb die Forellen bei uns besonders dick waren“, sagt Günther Schmoll, der gerne einen lockeren Spruch auf den Lippen hat.

800 Jahre Kehrenbach

2009 feierten die Kehrenbacher ihre Geschichte, und an einem Tag im Juli war das ganze Dorf ein einziger stehender Festzug. Im Zuge der Festvorbereitungen wurde die Dorfgemeinschaft gegründet, deren Vorsitzender Günther Schmoll war und der das Fest maßgeblich mit auf die Beine gestellt hat. Aber er ist bescheiden: „Einer muss halt vorangehen, und ein solches Fest gelingt nur, wenn viele mithelfen.“

Glasfaser

Das Beste kommt zum Schluss: In Kehrenbach wird Glasfaser in die Häuser gelegt. Der Ortsvorsteher hat dafür getrommelt, und viele Kehrenbach ziehen mit, selbst die Älteren. So werden, nachdem die Anschlussarbeiten beendet sein werden, ab kommenden Jahr Übertragungsgeschwindigkeiten von 1000 Giga-Bite in nahezu jedem Haus in Kehrenbach möglich sein. Damit ist das Dorf Vorreiter der Melsunger Stadtteile.

Bilanz

Und welche Bilanz zieht Günther Schmoll aus den vergangenen 26 Jahren? „Ich habe jedes Jahr die Rede bei der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag gehalten, nahezu jeden Seniorennachmittag nach Melsungen oder Körle begleitet, jeden Tag der Landschaftspflege mitgemacht und habe in alles viel Herzblut reingesteckt.“ Er wollte immer die Interessen der Kehrenbacher vertreten. Und das ist ihm wahrlich gelungen. "  

Timo Hertwig

Es sind große Fußstapfen, die sein Vorgänger hinterlassen hat. 

Doch der neue Kehrenbacher Ortsvorsteher Timo Hertwig hat bereits einige Erfahrungen im Ortsbeirat sammeln können. Der 39-Jährige wurde 2016 in das Gremium gewählt. Schon damals hatte Ortsvorsteher Günther Schmoll im Blick, dass Hertwig ihn während der Legislaturperiode beerben könnte. „Es ist genial, dass mir ein so junger Mann nachfolgt“, sagt Schmoll. Hertwig hat nach der Mittleren Reife Industriemechaniker bei B. Braun gelernt und arbeitet mittlerweile als Einrichter in der Produktion. Seit einigen Jahren hat er das Laufen für sich entdeckt und läuft an schönen Tagen nach Feierabend die acht Kilometer zurück in sein Heimatdorf. Dort lebt er mit seiner Ehefrau und Hund Gottfried, einem fünf Monate alten Australian Shepherd, im Elternhaus. „Ich will mich gerne für Kehrenbach einsetzen“, sagt Hertwig. Sein Vorgänger hat ihn kürzlich zu einer Vorstellungsrunde bei Ämtern und Behörden mitgenommen. Er wird das Ortsvorsteher-Büro im DGH reaktivieren und dort einmal im Monat eine Bürgersprechstunde einrichten. Die Dorfnachrichten werden auch weiterhin per Whatsapp verschickt, teilt er mit. . Radwege-Anbindung an Kirchhof („wenigstens von Kirchhof bis zum Abzweig nach Kehrenbach“). . die Herrichtung der Kehrenbachquelle als Ausflugs- ort (bis Ende 2020). . die Anbindung des Dorfes ans Glasfasernetz und D1-Empfang (im Laufe des kommenden Jahres).

Quelle: HNA

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