Experte erläuterte die Eröffnungsbilanz – Das Anlagevermögen beträgt knapp 16 Millionen Euro

Ottrau besitzt viele grundsolide Werte

Hoher Anlage- und Erlebniswert: Unser Archivbild entstand im Ottrauer Freibad kurz nach der Wiedereröffnung 2011. Archivfoto:  Rose

Ottrau. Sitzfleisch brauchten alle, die am Montag zur Gemeindevertretung Ottrau im Rathaus zusammenkamen. Unternehmensberater Christian Bölsche referierte weit über eine Stunde über die Eröffnungsbilanz der Gemeinde Ottrau (wir berichteten). Mit Unterhalterqualität und zahlreichen Wortspielen und Anekdoten gab sich der Südhesse alle Mühe, trockene Zahlenkolonnen und verzwickte Zusammenhänge der doppischen Buchführung klar zu machen.

Alle hessischen Gemeinden sind durch das neue Hauhaltsrecht verpflichtet, eine solche Bilanz vorzulegen, und zwar zum Stichtag 1. Januar 2009. So ist das Werk, das bislang nur ein Entwurf ist und vom Rechnungsprüfungsamt noch zu billigen ist, eine Momentaufnahme, die schon um Jahre überholt ist: Gewachsen sind inzwischen sowohl die Schulden als auch die Vermögenswerte Ottraus, zum Beispiel Straßen und Kanäle.

In das bilanzierte Anlagevermögen von knapp 16 Mio. Euro floss zum Beispiel der Wert von 1700 Flurstücken in der Gemarkung Ottrau ein. 200 Kilometer Wirtschaftswege durchziehen das Gebiet, 51 Bauten vom Rathaus bis zur Grillstation nennt Ottrau sein eigen. 400 000 Euro an Grabnutzungsgeld stehen in den Büchern, erläuterte Bölsche beispielsweise. Mit der insgesamt nicht allzu blendenden Bilanz könne man dennoch zufrieden sein, meinte der Profi. Es sei bewusst nichts geschönt worden, dies würde spätere Haushalte mit hohen Abschreibungen bloß belasten, so der Experte. Die Prokopfverschuldung betrug Anfang 2009 rund 2700 Euro, „das ist im üblichen Bereich“, so Bölsche.

Er lobte zum Schluss, dass das Anlagevermögen zu nur rund 20 Prozent kreditfinanziert ist („positiver Wert“): „Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Gemeinde mit ihren Werten gut für die Zukunft, auch unter schwieriger werdenden Bedingungen, aufgestellt ist.“

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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