Stracke direkt vom Hof

Ottrauer Landwirt Volker Schmitt betreibt modernes Schlachthaus zur Warmverarbeitung des Fleisches

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Hausmacherwurst direkt vom Bauernhof: Volker Schmitt (links) hat sich auf seinem Hof ein Schlachthaus als weiteres Standbein seines landwirtschaftlichen Betriebs aufgebaut. Im Bild präsentiert er mit Tobias Geisel eine Auswahl seiner Würste. 

Ottrau. Immer mehr Menschen legen beim Kauf von Fleisch- und Wurstwaren wert auf Herkunft und Produktionsbedingungen.

Gefordert werden artgerechte Haltung und kurze Transportwege. Gleichzeitig ist der Verbraucher bereit, mehr Geld auszugeben.

Der Ottrauer Landwirt Volker Schmitt hat den Zeitgeist erkannt und auf seinem Hof ein modernes Schlachthaus gebaut. Seine Produkte vermarktet Schmitt im eigenen Hofladen. Hauptsächlich stellt die Landmetzgerei Rote Wurst her. Er habe immer 5000 bis 6000 Stracke hängen, sagt der 50-Jährige schmunzelnd. Ebenfalls im Angebot Blut- und Leberwurst, aber auch Steak und Bratwurst für einen zünftigen Grillabend. Die Qualität der Wurst hat sich herumgesprochen, Kunden kommen aus dreißig Kilometer Umkreis.

Seit Ende 2017 wird in der neuen Hofmetzgerei täglich überwiegend Hausmacherwurst hergestellt. Der 50-jährige Landwirt beschäftigt zwei Metzger. Insgesamt arbeiten auf dem landwirtschaftlichen Betrieb am Ottrauer Bahnhof sechs Menschen.

Im Jahr verarbeite man bis zu 300 Schweine mit einem Gewicht von jeweils 180 bis 200 Kilogramm Gewicht, erklärt Schmitt: „Die Schweine, die bei uns geschlachtet werden, haben den Vorteil, dass sie nicht hunderte Kilometer zum Schlachthaus gefahren werden müssen.“ Um die Tiere möglichst stressfrei schlachten zu können, verbringen sie eine Nacht in einem Extrastall direkt neben dem Schlachthaus. Alle bei Volker Schmitt verarbeiteten Tiere kommen aus dem eigenen Betrieb. In den großen Ställen gibt es zwei Abteile, in dem die Schweine für die Wurstproduktion gehalten werden. Einen Teil seiner Schweine vermarktet der Landwirt nach wie vor konventionell.

Schmitt hat sich mit seinem Hof breit aufgestellt, Tierhaltung und Metzgerei sind nur ein Standbein. Der Ottrauer betreibt eine Biogasanlage und baut Getreide an. 1996 übernahm Volker Schmitt den Betrieb von seinen Eltern, 2004 folgte die Metzgerei. Bis dahin habe sein Vater noch geschlachtet, erzählt der 50-Jährige: „Ich habe mir das erst angeeignet. 2015 war klar, dass wir in den alten Räumen nicht mehr weitermachen können und wir standen vor der Frage aufhören oder weitermachen.“

Man habe sich dann dazu entschlossen umfassend zu modernisieren, sagt der Landwirt: „Es entspricht jetzt allen Normen.“ Auf Anfrage schlachtet der Landwirt für andere Selbstvermarkter in seinem Schlachthaus auch Großvieh.

Hintergrund: Arbeiten auf zwei Geschossen

Volker Schmitt hat in den Bau seines 480 Quadratmeter großen Schlachthaus nach eigenen Angaben einen fast siebenstelligen Betrag investiert. „Wegen der Warmverabeitung der Stracken wollten wir die Schlachtung vor Ort durchführen“, erklärt der Landwirt. Im Erdgeschoss wird geschlachtet und verarbeitet, im Obergeschoss reifen die Roten Würste. Seit 2009 besitzt der Betrieb eine EU Zulassung.

Quelle: HNA

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