Narren feierten mit vierstündigem Programm 77. Geburtstag ihrer Karnevalsgesellschaft

Ovationen zum Abschied

Servus: Jo Jacobi verabschiedete sich aus der Bütt.

Naumburg. Mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge feierte die Naumburger Karnevalsgesellschaft (NKG) im rappelvollen Haus des Gastes am Samstag ihr 77-jähriges Bestehen. Nach Narrenverständnis ist eine solche Schnapszahl ein idealer Anlass für eine Jubiläumsfeier.

Lachend natürlich deshalb, weil die von Prinz Horst III., Prinzessin Angela I. sowie Präsident Jens Bestmann angeführten „Numburger Hansnarren“ mit ihrem Schlachtruf „Hahl dunne“ vier Stunden lang wieder alle Register der Narretei und des Frohsinns zogen. Für die Träne im Knopfloch sorgte Joachim „Jo“ Jacobi, ein Urgestein des Naumburger Karnevals, der seit 1982 mit scharfem Blick und spitzer Zunge während der jeweils ersten Fremdensitzung mit seinem Sichedippen die menschlichen Verfehlungen seiner Mitbürger mit viel Humor stadtbekannt machte. An diesem Abend verabschiedete sich Jacobi endgültig aus der Bütt, präsentierte zuvor aber noch einmal die Höhepunkte aus den Sichedippen der vergangenen 29 Jahre.

Ehrenmitglieder

Sehr zum Vergnügen des Publikums, das ihren Jo mit stehenden Ovationen feierte. Für seine Verdienste wurde Jacobi zum Ehrenmitglied der NKG ernannt. Ebenso erhielt diese seltene Auszeichnung als erste NKG-Frau Margita Ansuhn. Den Titel Ehrenpräsident gab es für Peter Mentel.

Nostalgie

Nachdem Christiane Bubenhagen als Chronistin mit einem echten Sichedippen, ein Tonkrug zur Aufbewahrung von Milch, die 77-jährige Naumburger Karnevalserfolgsgeschichte hatte Revue passieren lassen, sorgten weitere nostalgische Erinnerungen für Bühnenglanzlichter. So vor allem Prinzen und Prinzessinnen sowie Hofnarren der vergangenen 50 Jahre. Dienstälteste im Tollitätsreigen waren dabei Elisabeth Thiede (1960) sowie Alfred Potthast (1963). Zudem der 86er-Jahrgang der Bürgergarde mit Kokolores pur. Fehlen durften natürlich auch nicht die aktuellen Kinder-, Junior- und Prinzengarden mit ihren Tänzen und die Naumburger Stadtkapelle.

Keine Nachwuchsprobleme

Die Glückszahl sieben im Doppelpack symbolisierte an diesem Abend aber nicht nur das Jubiläumsalter der Numburger Hansnarren, sondern, so konnte Präsident Jens Bestmann stolz verkünden, verfügt der Verein aktuell über 477 Mitglieder ohne Nachwuchsprobleme. Das dokumentierte das Bühneneingangsbild mit der geballten Macht und Masse der vielen Mädchen und Jungen als zukünftige Karnevalsjecken in der Stadt an der kleinen Elbe.

Quelle: HNA

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