Feuer an Berufsschule: Zufahrtswege zugeparkt

Zufahrtsweg zugeparkt: Nur mit Mühe kamen die Fahrzeuge zum Einsatzort. Foto: Schorn

Ziegenhain. Feuer auf dem Schuldach – und kein Alarmsignal informierte Schüler und Lehrer. Was erst jetzt an den Tag kommt, war in der vergangenen Woche kaum fassbare Realität.

Der Brand bei Schweißarbeiten auf dem Dach der Beruflichen Schulen ging glimpflich aus – verletzt wurde niemand, der Sachschaden ist

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gering. Dennoch gibt es im Nachhinein eine Reihe von Pannen aufzuarbeiten, das bestätigte Schulleiter Karl Weinreich auf Anfrage der HNA.

In dem Schulgebäude sei kein Alarm ausgelöst worden, weil schlichtweg niemand gewusst habe, dass es brennt, sagte Weinreich. Von der benachbarten Carl-Bantzer-Schule (CBS) aus sei offensichtlich bemerkt worden, was die 400 Menschen im Berufschulgebäude im Ziegenhainer Dammweg nicht wahrnahmen: Eine Rauchsäule stieg vom Dach des mehrstöckigen Hauses auf.

Brand bei Beruflichen Schulen in Ziegenhain

Dieser Artikel wurde am Dienstag um 17.40 Uhr aktualisiert.

Von der Gesamtschule aus wurde der Notruf abgesetzt, der die Feuerwehr alarmierte. Gerüchte, dass ein Bauarbeiter in einem Klassenraum der Berufsschule einem Lehrer den Brand gemeldet habe und dieser es versäumte, den Alarm auszulösen, will Weinreich nicht bestätigen. Auch die anrückende Feuerwehr hatte mit Problemen zu kämpfen. Es habe erhebliche Schwierigkeiten gegeben, mit den vier Fahrzeugen zum Einsatzort vorzudringen, sagte Schwalmstadts Stadtbrandinspektor Thomas Thiel. Trotz Halteverbotsschilder sei der Zufahrtsweg zugeparkt gewesen. Insbesondere die Drehleiter haben die Einsatzkräfte nur mit Mühe um die Ecken bis zum Gebäude manvörieren können. Dennoch habe die Feuerwehr den Brand äußerst schnell im Griff gehabt, sagte Thiel. Nach Einschätzung des Einsatzleiters sei eine Evakuierung des Gebäudes zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nötig gewesen. In der Berufsschule ist laut Weinreich für kommende Woche ein Krisengespräch mit Experten angesetzt.

Von Sylke Grede

Hintergrund

Nach Angaben von Kreisbrandinspektor Werner Bähr werden an den Schulen im Schwalm-Eder-Kreis in der Regel zwei Übungen im Jahr abgehalten. Zudem gebe es genau festgelegte Pläne, die das Auslösen der Alarmkette und das Verhalten im Notfall regeln. In den Richtlinien ist zudem die brandschutztechnische Ausstattung der Schulen geregelt. Darin ist zum Beispiel festgelegt, dass im Falle eines Stromausfalls eine handbetriebene Alarmvorrichtung vorhanden sein müsse. Bähr weist zudem daraufhin, dass die Schulen dafür sorgen müssen, dass die Zufahrtswege für Feuerwehren und Rettungswege frei sind. Jede Schule habe einen eigenen Alarmplan. (syg) 

Quelle: HNA

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