Paradies für Fledermäuse auf dem Dachboden

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Niedervorschütz. Sehr ungewöhnliche Haustiere hatte Marcel Clobes im vergangenen Sommer zu Gast: Fledermäuse hatten sich auf dem Dachboden seines Hauses in Niedervorschütz eingenistet. Nun erhielt er dafür die Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ vom Naturschutzbund (Nabu).

Entdeckt hatte Marcel Clobes die tierischen Mitbewohner ganz zufällig: Um ein Haar wäre der 40-Jährige auf eine winzige Fledermaus getreten, die eines Abends im vergangenen Sommer auf der Treppe vor seinem Haus in Niedervorschütz lag. Doch Clobes entdeckte das nur wenige Zentimeter große Tier rechtzeitig, hob es auf und setzte es in einen Baum. „Dass wir Fledermäuse im Haus haben, hatte ich schon vorher geahnt - aber nicht, dass sie bei uns ihre Jungen großziehen“, sagt Clobes.

Schon einige Tage zuvor hatte er Fledermauskot im Wintergarten gesehen, sich aber nicht weiter darum gekümmert. Doch nach dem Fund der Baby-Fledermaus war seine Neugier geweckt. „Ich habe die Dachbodenluke geöffnet - und da lag schon die nächste kleine Fledermaus.“ Clobes erschrak und schloss die Luke schnell wieder. Als er eine Viertelstunde später einen weiteren Blick riskierte, saß eine größere Fledermaus neben dem Jungtier auf dem Dachboden.

Clobes rief beim Nabu an, der Experten zu ihm nach Hause schickte. Die identifizierten die Tiere als Zwergfledermäuse. Anhand der Kotmenge schätzten sie die Zahl der Tiere auf 20 bis 30.

„Andere hätten vielleicht gesagt, igitt, Fledermäuse, die will ich nicht in meinem Haus haben“, sagt Clobes. Doch der Niedervorschützer wollte nun alles dafür tun, dass sich die Fledermäuse auf seinem Dachboden wohlfühlen. Schließlich seien Fledermäuse sehr nützliche Tiere: „Eine Zwergfledermaus frisst pro Nacht 2000 bis 4000 Insekten“, erklärt Clobes, „sie helfen also zum Beispiel gegen eine Mückenplage.“

Den ganzen vergangenen Sommer haben die Fledermäuse auf Clobes’ Dachboden gewohnt und dort ihre Wochenstube eingerichtet, also ihre Jungtiere versorgt. „Im August sind sie dann weitergezogen“, sagt Clobes. Denn als Winterquartier sei der Dachboden nicht geeignet, da er nicht frostsicher sei. Der Niedervorschützer hofft nun, dass sich auch im kommenden Sommer wieder Fledermäuse bei ihm niederlassen.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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